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Binnenschifffahrt
Der Trierer Hafen wächst

 Volker Klassen, Geschäftsführer der Trierer Hafengesellschaft mbH (links), und Alexander Am Zehnhoff-Söns, Geschäftsführer der Multimodal Terminal Trier GmbH) am Moselkai des Hafens Trier.
Volker Klassen, Geschäftsführer der Trierer Hafengesellschaft mbH (links), und Alexander Am Zehnhoff-Söns, Geschäftsführer der Multimodal Terminal Trier GmbH) am Moselkai des Hafens Trier. FOTO: TV / Marius Kretschmer
Trier. Die schnelle Containerzugverbindung von Trier nach Rotterdam erhöhte den Bahnumschlag am Hafen Trier deutlich. So rücken  Trier und Antwerpen zusammen und bieten der Region neue Chancen. Kira Britten Marius Kretschmer

Unternehmen der Region können seit dieser Woche am Multimodal Terminal der AZS Group am Hafen Trier die neue Containerzuglinie Mosel X-press nach Antwerpen nutzen. Die Zugverbindung ergänzt den Binnenschiffsverkehr zwischen dem Hafen Trier und Antwerpen. Wim Dillen, Repräsentant des Hafens Antwerpen, sagt: „Jeder Hafen ist nur so gut wie seine Verbindungen mit dem Hinterland.“

Alexander Am Zehnhoff-Söns, Geschäftsführer des Terminals Trier, hält den belgischen Hafen für einen wichtigen Partner Triers. Viele LKW würden die belgische Hafenstadt ansteuern. Die Region sei wirtschaftlich stark an Antwerpen gebunden. Daneben biete Antwerpen viele Möglichkeiten, den Verkehr von der Straße auf intermodale Verkehrswege umzulenken. So könnten effiziente und ökologisch nachhaltige Transportlösungen angeboten werden. Schiene und Wasser seien hervorragende Alternativen zur Straße. „Ein Zug ersetze 50 LKW.“ Die zunehmende Verlagerung der Verkehrsströme von der Straße auf die Schiene oder aufs Wasser reduziere im Gesamtergebnis die Umwelt- und Feinstaubbelastung. Auch zukünftig soll der Hafen weiterentwickelt werden. An erster Stelle stehen Investitionen in die Infrastruktur wie die Erweiterung der Krananlagen für den Containerumschlag. Zudem sollen die Transportangebote erweitert werden. Voraussichtlich noch in diesem Jahr wird die zweite Schleusenkammer Trier für den Schiffsverkehr freigegeben.

Des Weiteren berichtet Geschäftsführer der Trierer Hafengesellschaft, Volker Klassen, über das aktuelle Problem der Schifffahrtsabgaben. Zwar werden in Deutschland seit November 2018 keine Abgaben mehr vom Bund für die Nutzung der Binnenwasserstraßen erhoben, jedoch unterliegt die Mosel als internationales Gewässer einem trinationalen Vertrag zwischen Frankreich, Luxemburg und Deutschland. Eine Abschaffung sei daher nur möglich, wenn sich alle drei Vertragsstaaten einig sind. Somit ist die Mosel die einzige deutsche Binnenschifffahrtsstraße, auf der noch Abgaben erhoben werden. Dies sei eine große Benachteiligung für die Logistik- und Wirtschaftsunternehmen des Südwestens. Die Länder Rheinland Pfalz und das Saarland setzen sich für eine zügige Lösung ein.

Im Dezember 2018 zog sich die Stadt Trier aus dem Hafen zurück und verkaufte die Anteile an das Land Rheinland-Pfalz. Der Trierer Hafen ist der einzige öffentliche, reine Moselhafen Deutschlands. Nach Daten des Statistischen Landesamts hat der Trierer Hafen im Jahr 2018 gegenüber dem Vorjahr erheblich an Schiffsgüterumschlag – auch wegen des langen  Niedrigwassers und seiner Auswirkungen, verloren und ist nun mit einer gesamten Güterumschlagsmenge in der Binnenschifffahrt von 760 000 Tonnen der kleinste der neun rheinland-pfälzischen Häfen. Möglicherweise können durch die neue Zugverbindung nach Antwerpen auch neue Schiffahrtskunden akquiriert werden.