Neuer Streit um den Gelben Sack

Neuer Streit um den Gelben Sack

Berlin (dpa) Das Recycling von Verpackungsabfall aus der Gelben Tonne und dem Gelben Sack ist in eine neue Krise geraten. In der Branche wird darum gestritten, wer die Verwertung Zehntausender Tonnen Kunststoff bezahlen soll.

Vorwürfe machen die Runde, einige Betreiber wollten sich auf Kosten der anderen bereichern. Am Donnerstag soll es einen Einigungsversuch geben. "Unsere Dualen Systeme versuchen gemeinsam, eine Schieflage zu verhindern", sagte Kai Falk, Geschäftsführer beim Handelsverband Deutschland.
Ursache der Krise: Vom Joghurtbecher bis zur Tomatenschale fällt mehr zum Recycling an, als Hersteller und Handel zuvor in einem komplizierten Lizenzsystem angemeldet haben. Sie sind es, die für die Entsorgung bezahlen müssen.
Manche Hersteller halten sich nach Branchenangaben aber klammheimlich heraus oder nutzen rechtliche Schlupflöcher, um diese Kosten zu vermeiden. Beispiel: Oft steckt in den Gelben Säcken Luftpolsterfolie aus Versandpaketen, für deren Entsorgung kein Hersteller bezahlt hat.
Allein 2016 fielen 89 000 Tonnen Leichtverpackungen an, deren Entsorgungskosten von rund 50 Millionen Euro nicht finanziert waren. Organisiert wird das Recycling von zehn Dualen Systemen, darunter als bekanntester Betreiber das Duale System Deutschland mit dem Grünen Punkt. Kleinere überschüssige Abfallmengen fangen die Systembetreiber über eine Umlage untereinander auf. Doch in den vergangenen Wochen war für einige große Betreiber das Maß voll: Sie kündigten die entsprechenden Verträge.

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