1. Region
  2. Wirtschaft

Neues Hochwaldwerk in Mechernich soll 2021 in Betrieb gehen

Landwirtschaft : Neues Hochwald-Werk: Alles läuft nach Plan

Es ist eine der größten Investitionen der Molkereigenossenschaft Hochwald mit Stammsitz in Thalfang (Landkreis Bernkastel-Wittlich). In Mechernich in NRW baut das Unternehmen für rund 200 Millionen Euro ein neues Werk.

Es ist ein weiterer wichtiger Bauabschnitt bei dem Großprojekt der Hochwaldmolkerei im nordrhein-westfälischen Mechenich. Für die Wasserversorgung wird zwischen Euskirchen und Obergartzem eine sieben Kilometer lange Wasserleitung errichtet.

Die Rohmilch, die Hochwald im neuen Werk Obergartzem verarbeiten wird, stammt von den genossenschaftlichen Eigentümern. Etwa 1250 Landwirte der insgesamt 3000 Mitgliedslieferanten liegen im Einzugsgebiet des Obergartzemer Werkes. Auf dem 21,5 Hektar großen Grundstück im Gewerbegebiet III in Obergartzem werden künftig jährlich 800 Millionen Liter Milch von mehr als 250 Mitarbeitern zu hochwertigen Milchprodukten verarbeitet. Im Gewerbegebiet Obergartzem III der Stadt Mechernich entsteht ein neuer Produktionsstandort der Molkerei der Hochwald Foods GmbH. Die Bauarbeiten zum neuen Werk liegen trotz Corona im Zeitplan. Die Inbetriebnahme ist für 2021 geplant. Ende Mai nun beginnen die Arbeiten an einer sieben Kilometer langen Wasserleitung, die das Werk aus Euskirchen mit Wasser versorgt.

Auf dem zukünftigen Werksgelände wird die Produktionshalle zurzeit stetig sichtbar. Nach der Fertigstellung des Rohbaus beginnt der Innenausbau und anschließend wird die Prozesstechnik installiert. „Bisher laufen die Arbeiten absolut nach Zeitplan. Das liegt auch an der partnerschaftlichen Herangehensweise aller Projektbeteiligten“, findet Detlef Latka, Geschäftsführer von Hochwald. Die Bauarbeiten für die Wasserleitung sollen am heutigen Montag beginnen und bis Anfang 2021 abgeschlossen werden. Für die Wasserversorgung wird zwischen Euskirchen und Obergartzem eine sieben Kilometer lange Wasserleitung errichtet. „Damit können theoretisch jährlich bis zu zwei Millionen Kubikmeter Frischwasser transportiert werden“, ergänzt Latka. 

Bürgermeister Dr. Hans-Peter Schick, der seinerzeit am Zustandekommen des Abkommens mit dem Wasserversorgungsverband Euskirchen-Swisttal zur Lieferung von bis zu 1,2 Millionen Kubikmetern Wasser nach Mechernich beteiligt war, begrüßt den Beginn der Leitungsbauarbeiten: „Ich freue mich auch, dass die Bauarbeiten in Obergartzem in der geplanten Form voranschreiten!“

Die 1932 gegründete Molkereigenossenschaft hat ihren Stammsitz in Thalfang. Hochwald ist unter den deutschen Molkereien die Nummer 3 mit einem Umsatz von 1,54 Milliarden Euro und einer Milchmenge von  2,24 Milliarden Kilogramm Milch. An den acht Standorten beschäftigt das Unternehmen rund 1850 Mitarbeiter. Der Milchpreis für die knapp 3000 Landwirte ist seit Jahresanfang stabil und liegt für die Standardmilch inklusive verschiedener Zuschläge bei 33,3 Cent je Kilo.

Doch die ganz Branche leidet auch unter der Corona-Krise, wie das Unternehmen auf Nachfrage erklärt: „Die Corona-Krise hat die Milchbranche fest im Griff.“ Auf dem Weltmarkt zeige sich flächendeckend der Wegfall des Großverbrauchersektors. Die gestiegene Nachfrage im Einzelhandel könne den Verlust dieses Segmentes nicht ausgleichen. Die Umverteilung von Rohstoffströmen setze die Märkte unter Druck. Die Notierungen von Magermilchpulver und Butter seien unter Druck, die Käsenotierungen sind drastisch gesunken. Mit den Lockerungen scheine sich der Markt auf niedrigen Niveau langsam zu erholen, so die Hochwald-Verantwortlichen. Und weiter: „Hochwald ist von dem Wegfall des Großverbrauchergeschäftes nur in Teilsegmenten betroffen. Die Umsätze mit dem deutschen Lebensmittel-Einzelhandel (LEH) entsprechen der Marktbewegung, der Export entwickelt sich trotz der internationalen Shutdowns positiv. Aktuell vermarkten wir die gesamte Anlieferungsmenge, so dass eine Drosselung für unser Unternehmen derzeit nicht notwendig ist. Durch unsere breite Sortimentsstruktur und unser dezentrales Produktionsnetz können wir eine solche Krise besser managen als spezialisierte Unternehmen. Mit unseren Pulvertürmen haben wir die Möglichkeit, in eventuellen Überschusssituationen Milch lagerfähig zu machen.“

Für den Ausgleich von Angebot und Nachfrage auf den Weltmärkten sei insbesondere das Importverhalten von China ausschlaggebend.  Doch auch hier ist die Hochwald-Molkerei optimistisch: „Dort scheint sich die Marktlage zu stabilisieren und auch der für den globalen Handel erforderliche unbegrenzte Verkehr von Seecontainern läuft wieder reibungsloser.“