Zigaretten Neues "Monstertabaklager" sichert Standort

Trier · Die Daten sind beeindruckend: 31 Millionen Euro Kosten, 14 Monate Bauzeit und 280 000 Arbeitsstunden - in Trier arbeitet nun das größte automatisierte Rohtabaklager der Welt. Bauherr war Japan Tobacco International (JTI), dessen Konzernleitung damit auch ein Bekenntnis für den Standort an der Mosel abgegeben hat.

 Ein Blick von unten in das neue Hochregallager für Rohtabak: Insgesamt 32 Meter ist es hoch und kann bis zu 27 000 Tonnen Tabak, in Kartons verpackt, lagern. TV-Foto: JTI

Ein Blick von unten in das neue Hochregallager für Rohtabak: Insgesamt 32 Meter ist es hoch und kann bis zu 27 000 Tonnen Tabak, in Kartons verpackt, lagern. TV-Foto: JTI

Foto: (g_wirt )

Trier. So tragisch es klingen mag: Hätte es im Jahr 2011 das schwere Seebeben in Japan und in der Folge die Fukushima-Atomkatastrophe nicht gegeben, so hätte der Standort Trier des japanischen Tabakkonzerns JTI wohl nicht den Zuschlag für sein neuestes Aushängeschild bekommen: das weltweit größte automatisierte Rohtabaklager. Doch das einzige deutsche JTI-Produktionswerk (siehe Extra) mit rund 1800 Mitarbeitern erhielt Bauauftrag und Finanzierung und gilt etwa bei Triers Werksleiter und JTI-Deutschland-Geschäftsführer Jürgen Rademacher bereits als "neues Monstertabaklager" des Konzerns.
Und die Zahlen sprechen für sich: Täglich kommen rund 350 Tonnen Tabak aus 40 verschiedenen Ländern mit Container-LKW an der Mosel an. Insgesamt 27 000 Tonnen Rohtabak können hier gelagert werden, was in etwa einer Lagerkapazität von fünfeinhalb Monaten entspricht. Bislang gab es lediglich Kapazitäten für bis zu 5000 Tonnen. "Der ganze Tabak, der hierher geliefert wird, wird auch hier in Trier verarbeitet - zu Zigaretten, Feinschnittmischungen oder halbfertiger Ware für andere JTI-Werke", sagt Projektleiter Hans Grün.
Vollautomatisch: Das heißt, im Rohtabaklager herrscht ein Minimum an Personaleinsatz. Rund zehn Beschäftigte im Lager selbst, weitere sieben in der Verwaltung und Papier- sowie Zollabwicklung - mehr braucht es nicht, um das weltweit modernste Lager seiner Art auf 10 000 Quadratmetern zu betreiben.
Wer sich im Werk umschaut, dem fällt die schier sterile Umgebung auf. Tabakblätter oder Krümel entdeckt man keine, allerdings schlägt einem sogleich der aromatische Duft des Rohtabaks entgegen. Das Einzige, was einen an die Tabakverarbeitung erinnert. Stattdessen ist alles in Kartons verpackt, im Regallagersystem werden sie gestapelt und nach Bedarf abgerufen. "Der Tabak ist immer komplett verpackt, erst in der Aufbereitung werden die Kartons dann geöffnet und verarbeitet", sagt Rademacher.
Triers Oberbürgermeister Wolfram Leibe freut sich über "den Vertrauensbeweis gegenüber der Stadt Trier. JTI gehört nicht nur zu den größten Arbeitgebern in der Stadt und der Region, sondern ist auch der größte Gewerbesteuerzahler Triers". Was für den weltweit tätigen Tabakkonzern nun mit dem automatisierten Rohtabaklager ein Wettbewerbsvorteil im Markt ist, bedeutet für das JTI-Werk Trier nicht zuletzt "die erneute Festigung unseres Standortes", gesteht Werksleiter Jürgen Rademacher "voller Enthusiasmus. Nicht zuletzt wird dadurch die Position des Werkes im globalen Konzernverbund weiter gefestigt".
Extra

JTI hat im vergangenen Jahr in Trier rund 50 Milliarden Zigaretten produziert. Der internationale JTI-Geschäftssitz ist im schweizerischen Genf, der deutsche in Köln. In Trier als einzigem deutschen Produktionsstandort zählt JTI rund 1800 Mitarbeiter und ist nach eigenen Angaben der größte private Arbeitgeber der Stadt Trier. sas

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