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Niemand muss im Dunkeln sitzen

Niemand muss im Dunkeln sitzen

Die Insolvenz des Energieversorgers Teldafax aus dem nordrhein-westfälischen Troisdorf hatte sich schon seit längerem angedeutet. Auch in der Region sind viele Kunden davon betroffen. Sie erhalten nun ihren Strom von den Trierer Stadtwerken oder von RWE.

Trier. Die Telefone in der Trierer Beratungsstelle der Verbraucherberatung haben gestern nicht stillgestanden. Viele Kunden des vor der Pleite stehenden Strom- und Gasanbieters Teldafax hätten bereits angerufen und sich erkundigt, wie es weitergeht, berichtet Verbraucherberaterin Gudrun Hansen. Wie viele Verbraucher in der Region von der Insolvenz betroffen sind, weiß Hansen nicht. "Es dürften einige Hundert sein", meint sie.
Allein im Bereich der Stadtwerke Trier sind 450 Kunden betroffen, sagt Stadtwerke-Sprecher Carsten Grasmück. Keiner der Betroffenen müsse aber befürchten, im Dunkeln zu sitzen, versichert Grasmück. Die Versorgung mit Strom oder Gas sei "nahtlos" sichergestellt. "Alle Kunden werden im ersten Schritt durch die Grund- und Ersatzversorgung von den Stadtwerken weiterversorgt." Diese Ersatzversorgung ist per Gesetz geregelt. Die Kunden brauchen sich zunächst nicht um einen neuen Anbieter zu kümmern. Allerdings, so Verbraucherberater, sollten die betroffenen Kunden auf jeden Fall ihren Vertrag bei Teldafax kündigen.
Sie hätten dann drei Monate Zeit, sich einen neuen Strom- oder Gasversorger zu suchen, falls sie nicht bei dem örtlichen Grundversorger - in der Region ist das neben den Stadtwerken für das Stadtgebiet Trier der Essener Energiekonzern RWE für die umliegenden Landkreise - bleiben wollen. Zu dem Grundversorgungstarif der örtlichen Anbieter gebe es auf jeden Fall günstigere Alternativen, heißt es bei der Verbraucherberatung.
Betroffene dürften nach den Erfahrungen mit Teldafax aber eher zurückhaltend sein, was Billiganbieter angeht. Trotzdem raten Verbraucherschützer, in einen günstigeren Tarif oder zu einem preiswerteren Anbieter zu wechseln.
Vielen dürfte allerdings die Lust vergangen sein, wie bei Teldafax für die monatlichen Strom- und Gaslieferungen eine Vorauszahlung zu leisten. Schon seit längerem warnen Verbraucherschützer vor solchen Modellen, durch die zwar die Preise niedrig gehalten werden, bei denen Kunden aber im Falle einer Insolvenz schlimmstenfalls ihr bereits bezahltes Geld abschreiben könnten. Die Verbraucherberatung rät allen, die Vorkasse bei Teldafax geleistet haben, ihre Ansprüche beim Insolvenzverwalter geltend zu machen. Ob sie dann nach Abschluss des Insolvenzverfahrens ihr Geld tatsächlich zurückbekommen, könne derzeit noch nicht gesagt werden.
Bereits vor vier Wochen hatte die Verbraucherberatung Teldafax-Kunden geraten, ihren Vertrag zu kündigen. Weil das Unternehmen einigen Netzbetreibern, etwa den Stadtwerken in Koblenz oder im pfälzischen Schifferstadt, nichts mehr für die Durchleitung des Stroms zahlen konnte, verboten diese dem Unternehmen aus Nordrhein-Westfalen, weiterhin ihre Leitungen für die Strom- und Gaslieferungen zu nutzen. Schon zu dieser Zeit zeichnete sich die Insolvenz von Teldafax ab. Der insolvente Energieanbieter Teldafax will die Versorgung seiner Abnehmer mit Strom und Gas aufrechterhalten. Kunden müssten allerdings ihren Zahlungsverpflichtungen nachkommen, hieß es gestern. Wie es mit Teldafax weitergeht, steht bislang noch nicht fest. Finanzielle Schwierigkeiten bei Teldafax wurden bereits 2010 bekannt. Das Geschäftsprinzip, bei mehrmonatiger bis einjähriger Vorauskasse sehr günstige Konditionen zu bieten, hatte offenbar zu Engpässen geführt. Vorauszahlungen und Kaution von Neukunden konnten die Kosten für die Belieferung der Altkunden nicht decken. Die laufenden Zahlungen überstiegen die Einnahmen. Die Staatsanwaltschaft Bonn ermittelt seit Monaten wegen möglicher Insolvenzverschleppung. Am Dienstag hatte der Billiganbieter Insolvenz angemeldet. dpa