Nimsforellen schwimmen unter Eifel-Dach

Schönecken · Die Fischzucht Kauth aus Schönecken ist der erste Betrieb seiner Art, der unter dem Dach der Regionalmarke Eifel seine Produkte vermarkten darf. Michael Kauth fühlt sich ganz der regionalen Tradition verbunden, ein perfekter Botschafter für die Dachmarke.

 Freuen sich über die Auszeichnung: Kai, Petra, Maite und Michael Kauth (von links). TV-Foto: Heribert Waschbüsch

Freuen sich über die Auszeichnung: Kai, Petra, Maite und Michael Kauth (von links). TV-Foto: Heribert Waschbüsch

Schönecken. Die Sonne spiegelt sich in den Fischteichen der Zuchtanlage in Schönecken. Erst wenn man sich an die glitzernde Helligkeit auf dem Wasser gewöhnt hat, sieht man die Schwärme von Bach- und Regenbogenforellen, von Saiblingen und Äschen - Hunderte, Tausende. Das ist das Reich von Fischzüchter Michael Kauth.
Auf einer Gesamtfläche von 10,5 Hektar bewirtschaftet der Familienbetrieb 52 Fischteiche in vier Teichanlagen. Die Forellenzucht in Schönecken besteht aus einem Quellwasser-Bruthaus und 32 Forellenteichen an der Nims sowie 2120 Meter Bachlauf. Eine weitere Fischzuchtanlage im Ourtal umfasst ein Quellwasser-Bruthaus und sieben Quellwasser-Teiche und in den Teichanlagen Thierbach und Watzbach befinden sich weitere Naturteiche. "Dort ziehen wir neben Forellen auch Zander, Rotfedern, Gründlinge, Schmerlen, Elritzen und Edelkrebse auf", erklärt Michael Kauth. Die Forellenzucht ist ein typischer Eifeler Familienbetrieb. Michael Kauth hat den Betrieb von seinem Vater Nikolaus übernommen. Der hatte als Mühlermeister 1953 die kleinen Mühle aufgegeben und dort eine Forellenzucht eingerichtet. Die Zucht von Fischen hat in Schönecken eine lange Tradition, erklärt Michael Kauth. Bereits 1891 ist der Zuchtbetrieb für Forellen, Krebse und Fischerei der Geschwister Schott an der Nims belegt, der mehrfach ausgezeichnet wurde. Der Grund dafür liegt für Michael Kauth in den besonderen Voraussetzungen in der Eifel. "Die Nims ist reich an Naturnahrung. Bachflohkrebse und natürlicher Bewuchs ermöglichen uns in unseren Forellenteichen eine naturnahe und behutsame Aufzucht von Besatzfischen."
Gemeinsam mit seinem Sohn Kai und seiner Frau Petra betreibt Michael Kauth die Zucht. Dabei ist die Fischzucht ein reiner Produktionsbetrieb. "Alle Bachforellen, Regenbogenforellen und Saiblinge, die wir verkaufen, stammen aus eigener Erzeugung und von eigenen Laichfischen", erklärt der Fischzuchtmeister. Bis zu 1,5 Millionen Eier werden im Jahr aufgelegt. Bis zu 70 Prozent können sich dabei zu Fischen entwickeln. Das Unternehmen verkauft die Eier, Brütlinge bis drei Zentimeter, die sogenannten Setzlinge, die bis zu zehn Zentimetern groß werden, aber auch fanggroße Fische von 30 Zentimetern. Abnehmer sind Angelsportvereine, Gastronomen, Fischwirte und andere Züchter.
Forellen für den US-Präsidenten


Die hohe Qualität der Schönecker Forellen ist dabei schon fast legendär. So kam die thailändische Königin Sirikit bei einem Deutschlandbesuch in den Genuss der Forellen, ebenso wie 1959 der damalige US-Präsident Eisenhower. Der Bonner Generalanzeiger schrieb am 28. August: "Die Fischzucht Kauth aus Schönecken kann für sich in Anspruch nehmen, Präsident Dwight D. Eisenhower einen besonderen Wunsch erfüllt und zu dem Mittagsmenü im Hotel Königshof in Bonn, zu dem der Bundeskanzler eingeladen hatte, einen wesentlichen Beitrag geleistet zu haben. Befragt nach einem besonderen Essenswunsch hat der amerikanische Präsident, selbst ein passionierter Sportangler, die Bitte nach einer German Brown Trout geäußert."
Doch für die Fischzucht ist die Zukunft genauso interessant. Sohn Kai hat gerade seinen Gesellenbrief in der Tasche. Im Herbst wird ein weiterer Fischzucht-Geselle eingestellt. Große Expansionspläne hegt Michael Kauth dennoch nicht. "Wir sind mit unserer naturnahen Zucht gut beschäftigt, das reicht uns aus." Allerdings würde er sich wünschen, dass die Aquakultur im Land ausgebaut wird und damit die heimische Landwirtschaft gefördert werde. "Damit die heimischen Forellen nicht von asiatischem Pangasius verdrängt werden", erklärt Kauth.Extra

 Die Fischzuchtanlage in Schönecken. Foto: Privat

Die Fischzuchtanlage in Schönecken. Foto: Privat

Die Regionalmarke Eifel wurde vor zehn Jahre aus der Taufe gehoben. Mehr als 300 Betriebe laufen bereits unter dem Label. Rund 200 Produkte von der Wurst über den Käse bis zu Honig, Edelbränden, Likören, BlockhäusernEiern und nun Fische ziert das gelbe "e" auf vierfarbigen Quadraten mit dem Slogan "Eifel - Qualität ist unsere Natur". Die Erfolggeschichte hat einen Grund in dem hohen Qualitätsanspruch, dem sich die Organisatoren und Mitglieder verpflichten. So heißt es: Die Regionalmarke Eifel ist ein Zeichen, an dem die Verbraucher besondere Qualität aus der Eifel direkt erkennen können. Dabei symbolisiert das Markenlogo mit gelbem "e" vor vierfarbigem Hintergrund die Vielfalt der verschiedenen Qualitätsprodukte aus den vier Bereichen Landwirtschaft, Forstwirtschaft, Handwerk und Tourismus. Die Regionalmarke wird nur dann an Lebensmittel, Holz-Produkte und touristische Dienstleistungen vergeben, wenn eine kontrollierte Qualität und die garantierte Herkunft aus dem Naturraum Eifel für den Verbraucher transparent nachgewiesen werden können. hw

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