Noch einige Hürden

TRIER. Noch ist nicht sicher, wann die Gesundheitskarte kommt, doch sie wird bereits getestet. Trier ist eine der acht Modellregionen.

Es ist das größte IT-Gesundheitsprojekt der Welt - und Trierer sind mit dabei, um es zu testen: die Gesundheitskarte. Seit Anfang der Woche ist Trier eine von acht bundesweiten Testregionen für das Mega-Vorhaben. Neben Trier wird die Karte derzeit in Bochum/Essen, Bremen, Flensburg, Heilbronn, Ingolstadt, Löbau-Zittau und Wolfsburg getestet. Bis zum noch unbestimmten Start der Gesundheitskarte müssen mehr als 200 Krankenkassen, 21 000 Apotheken und 180 000 Arztpraxen miteinander vernetzt werden. Und daran hapert es derzeit wohl noch. Denn das seit über einem Jahr laufende Pilotprojekt der elektronischen Gesundheitsakte - einem Teilaspekt der Gesundheitskarte - habe gezeigt, dass es gerade bei der Vernetzung der Arztpraxen "unvorhergesehene Probleme" gegeben habe, sagt Patrick Schmitt vom Trierer Projektbüro elektronische Gesundheitskarte. Nachdem über 50 Ärzte, zwei Krankenhäuser und knapp 500 Patienten die Gesundheitsakte, auf der neben den Versichertendaten auch Diagnosen und verschriebene Medikamente gespeichert sind, derzeit in Trier testen, soll im zweiten Quartal das elektronische Rezept folgen. Ärztliche Verordnungen werden dann auf der Karte gespeichert und sollen von der Apotheke abgerufen werden. Derzeit sei man dabei, entsprechende Verträge mit den Krankenkassen und Ärzten zu schließen, sagt Schmitt. Doch offenbar ist es schwierig, die unterschiedliche Software der verschiedenen Modellprojekte miteinander zu verzahnen. Noch gibt es wohl nicht die richtige Soft- und Hardware dazu. Alle acht von Bundesgesundheitsministerin Ulla Schmidt ausgesuchten Testregionen werden von der eigens gegründeten Firma Gematik in Berlin koordiniert. Vor 2007 wird nicht mit einer flächendeckenden Einführung der Karte für die 80 Millionen Versicherten gerechnet. Bis dahin müssen alle technischen Hürden beseitigt sein. 1,5 Milliarden Euro soll das Projekt kosten, die privaten Versicherer rechnen mit vier Milliarden Euro. 1,7 Milliarden Euro soll das System einsparen. Datenschützer sehen allerdings erhebliche Sicherheitsmängel im System.