Noch im grünen Bereich

Noch im grünen Bereich

Die Dezember-Arbeitslosenzahlen in der Region Trier dokumentieren zwar einen Anstieg gegenüber dem Vormonat, doch noch scheint alles im grünen Bereich zu sein. 10 871 Frauen und Männer haben sich arbeitslos gemeldet, das ist "ein moderater Anstieg", wie die Arbeitsagentur feststellt.

Trier. Während bundesweit die Wirtschaftskrise sich bereits nachhaltig auf die Arbeitsmarktzahlen auswirkt, gehen die Steigerungen im Bereich der Arbeitsagentur für Arbeit Trier bisher noch auf saisonale Gründe zurück.

Die Wirtschaftskrise in der Region Trier zeigt sich bisher größtenteils in der Zahl der Kurzarbeiter. Reiner Permesang, Agentur für Arbeit Trier: "2008 ist die Zahl der Betriebe, die Kurzarbeit beantragt haben auf 112 Unternehmen mit rund 6000 Mitarbeitern angestiegen. 2007 waren es lediglich 27 Firmen mit 500 Mitarbeitern."

Betroffen ist laut Arbeitsagentur vor allem die Auto- und Autozulieferbranche mit 21 Unternehmen und 2195 Mitarbeitern. Aber auch der Bereich Baubedarf (Türen-, Fensterhersteller oder Beschlägehersteller) seien mit 13 Unternehmen und 1452 Mitarbeitern eine starke Gruppe.

Für den Chef der Agentur für Arbeit, Wolfram Leibe, ist diese Entwicklung zunächst positiv. "Die Unternehmen in der Region sind nicht bereit, ihre Mitarbeiter einfach zu entlassen." Mit Kurzarbeit können Firmen bis zu 18 Monate lang eine Krise mit Hilfe der Bundesagentur überbrücken.

"Doch die Firmen müssen weiter die Sozialbeiträge für ihre Mitarbeiter zahlen. Das sind zwischen 30 und 37 Prozent", sagt Leibe. Und über einen längeren Zeitraum könnten dies nicht viele Unternehmen durchstehen.

Würde auch dieser Arbeitgeberanteil von der Agentur übernommen (siehe Text nebenan), "ist die Kurzarbeit Gold wert", glaubt Leibe. Hier möchte die Agentur ansetzen. "Viele Firmen wissen nicht wie Kurzarbeit funktioniert. Zudem fördert die Arbeitsagentur auch Weiterbildung während der Kurzarbeit", sagt der Agentur-Chef, der hier die Möglichkeit sieht, dass die Betriebe mit diesem Instrument etwas gegen Fachkräftemangel tun. Die Krise könnte so auch zur Chance werden.

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