Nordsee investiert 440 000 Euro in Neustart

Nordsee investiert 440 000 Euro in Neustart

Fast ein Jahr lang war das Nordsee-Restaurant in der Brotstraße in Trier geschlossen. Heute öffnet die Filiale offiziell wieder. Rund 440 000 Euro hat der Konzern in den Umbau gesteckt, damit der Neustart gelingt.

Trier. Bereits seit 1945 ist Nordsee in Trier heimisch. Umso überraschender kam im vergangenen Jahr die Schließung der Filiale in der Brotstraße. "Das war für uns keine leichte Situation. Wir sind seit fast 70 Jahren mit zwei Stores in der Stadt, und das war nicht in unserem Sinne", sagt die Vorsitzende der Geschäftsführung der Nordsee GmbH, Hiltrud Seggewiß. Aber manchmal sei es in einem Franchisesystem so, dass der Partner, den man sich ausgesucht habe, nicht zu einem passe.
Die Chefin über fast 400 Nordsee-Filialen mit rund 6000 Mitarbeitern ist zur Wiedereröffnung extra von Bremerhaven an die Mosel gekommen. "Für uns ist Trier ein wichtiger Standort", sagt sie. Für den Neustart mit einem neuen Pächter hat der Konzern ordentlich Geld in die Hand genommen. Für 440 000 Euro wurde das Restaurant in der Brotstraße umgebaut, allein in die neue Technik, also Kühlanlagen und Lüftungssystem, wurden mehrere Hunderttausend Euro investiert. Die neue Fischtheke hat 100 000 Euro gekostet, der Gastraum wurde neu gestaltet und bietet 45 Gästen Platz.
"Eine Investition in die Zukunft", wie die Nordsee-Chefin betont. Das Bremerhavener Unternehmen betreibt allein in Deutschland 334 Filialen.
"Wir fühlen uns vor allem in mittelgroßen Städten wie in Trier oder Münster wohl", sagt Hiltrud Seggewiß. In Trier blickt das Unternehmen auf eine lange Tradition zurück. Schon 1945 eröffnet Nordsee zunächst einen Fischhandel in Trier und ab 1965 kamen die ersten sogenannten Quick-Restaurants dazu. Heute hat Nordsee einen Filiale in der Simeonstraße und eine in der Brotstraße. Als Filialleiter beschäftigt Uwe Koschel 13 Mitarbeiter in der Brotstraße. Er ist bereits seit 26 Jahre für Nordsee tätig. In Rheinland-Pfalz ist das Unternehmen an 17 Standorten vertreten, beschäftigt knapp 250 Mitarbeiter und erwirtschaftet einen Umsatz von rund 14 Millionen Euro.
Nordseechefin Hiltrud Seggewiß ist sich sicher, dass die Wiedereröffnung in Trier erfolgreich sein wird. "Der Standort ist ideal und auch die Grenznähe ist in Trier ein Vorteil", sagt sie bei ihrem Besuch an der Mosel. Zudem helfe der demografische Wandel: "Durch das wachsende Gesundheitsbewusstsein der Bevölkerung wird Fisch mehr und mehr als Bestandteil einer ausgewogenen Ernährung gesehen." Sie selbst wäre sicher der perfekte Nordsee-Kunde: "Wenn ich in Bremerhaven bin, esse ich jeden Tag Fisch." Besonderen Spaß macht ihr derzeit der Garnelen-Burger, mit Mango und Rucola-Salat, den das Unternehmen an einigen Standorten testet. Mit solchen Angeboten möchte man auch jüngere Kunden gewinnen.
Extra

Die Nordsee GmbH wurde 1896 als "Deutsche Dampffischerei Nordsee" gegründet. Bis 1986 betrieb das Unternehmen eine eigene Fangflotte. Heute verfügt Nordsee über 396 Standorte und ist nach eigenen Angaben europaweit die Nummer eins in der Fisch-Systemgastronomie. Nordsee hat 5200 Mitarbeiter in eigenen Filialen und bildet rund 130 Auszubildende aus. Die 99 Franchisepartner beschäftigen weitere 800 Mitarbeiter. Im vergangenen Jahr bedienten die Mitarbeiter rund 19 Millionen Kunden, der Umsatz lag bei rund 350 Millionen Euro. Gut die Hälfte des Umsatzes erwirtschaftet Nordsee mit seinen Restaurantangeboten, 37 Prozent steuern die Snacks bei und etwa zwölf Prozent der Fischverkauf im Einzelhandel. hw

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