Öko-Energie: Stadtwerke Trier planen Kraftwerk für 400 Millionen Euro

Öko-Energie: Stadtwerke Trier planen Kraftwerk für 400 Millionen Euro

So viel Wasser wie 30 Millionen Badewannen soll das Pumpspeicherkraftwerk zwischen Longen und Ensch (Landkreis Trier-Saarburg) fassen: Die riesige Anlage wird mit Wind- und Sonnenenergie gespeist – und kann bei Bedarf elektrischen Strom für 500 000 Menschen liefern.

55 Hektar Wasserfläche, 300 Megawatt Leistung: Die Stadtwerke Trier (SWT) planen ein Pumpspeicherkraftwerk an der Mosel. In dessen zwei Becken passen sechs Millionen Kubikmeter Wasser. Dies entspricht dem Volumen von 30 Millionen 200-Liter-Badewannen. Auf einem Berg in der Verbandsgemeinde Schweich könnte in sechs Jahren regional erzeugter Strom aus Wind- und Sonnenenergie gespeichert werden. "Das Projekt bedeutet für die regionale Energiepolitik einen Quantensprung", sagte Triers Oberbürgermeister Klaus Jensen. Er ist zugleich Verwaltungsund Aufsichtsratschef der SWT.

Das Projekt sei bereits vor der Katastrophe in Japan entwickelt worden. Doch nun erhalte das Pumpspeicherkraftwerk einen anderen Stellenwert. "Mit dem Speicherkraftwerk kann der Strom für rund 500 000 Menschen in der Stadt Trier und in den Landkreisen Trier-Saarburg, Bernkastel-Wittlich und dem Eifelkreis Bitburg-Prüm ausgeglichen werden", sagte SWT-Chef Olaf Hornfeck. Überschüssige Energie aus regenerativen Quellen sorgt dafür, dass Wasser in ein oberes Becken gepumpt wird. Bei Bedarf fließt das Wasser in das Unterbecken ab und treibt damit Turbinen an.

"Die hohe Investitionssumme könnten die Stadtwerke nicht allein stemmen", sagte Hornfeck. Deshalb suche man nun Partner für das Projekt. Dies könnten die Kommunen sein, denkbar wäre auch ein Einstieg privater Geldgeber. "Dabei schauen wir zunächst in die Region."

Der Trier-Saarburger Landrat Günther Schartz und der Schweicher Verbandsbürgermeister Berthold Biwer sind optimistisch, dass die Bevölkerung, insbesondere Grundbesitzer, die Pläne akzeptiert. "Die Flächen werden nicht intensiv genutzt und wir rechnen mit breiter Zustimmung", sagte Biwer.

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