Orientierung im Chaos

TRIER. Mit 14 200 Kontakten 2004 ist die Verbraucherberatung Trier für die Menschen in der Region eine nicht mehr weg zu denkende Hilfe bei Versicherungsproblemen, neuen Telekommunkationstechniken, Ernährungsfragen und Finanzvorsorge.

Eine "stolze Bilanz" nennt Lore Hermann-Karch, Pressreferentin der Verbraucherschützer in Rheinland-Pfalz, die Bilanz der Trierer Beratungsstelle für 2004. Mit 14 200 Kontakten, also Anrufen, Fragen, Beratungen, Seminarteilnahmen und Einzelgesprächen, verzeichnet das Büro einen Anstieg um 700. Die drei Beschäftigten - zwei davon in Teilzeit - und die drei Honorarkräfte sind gefragt wie nie. "Von den Menschen wird - etwa bei der Altersvorsorge - mehr Eigenverantwortung gefordert. Doch für viele ist es schwer, sich dem zu stellen", sagt Renate Schröder von der Trierer Verbraucherberatung. Vor allem junge Familien, Ältere, Arbeitslose und sozial Schwache seien benachteiligt. Dank der Finanzierung durch das Bundesverbraucherministerium konnten sich die Trierer Beraterinnen mit ihrem Angebot dieser Zielgruppe widmen. Neben einem Haushalt von 1,48 Millionen Euro, der durch das Land Rheinland-Pfalz finanziert wird, standen für Sonderprojekte weitere 620 000 Euro vom Bund bereit. "Wir konnten verstärkt Seminare und Vorträge zur Schuldenprävention, zur Telekommunkation mit Handy und Internet sowie zur privaten Altersvorsorge anbieten." Technischer Fortschritt beeinflusst Beratungsbedarf

Sei es, dass die Bedeutung einer Berufsunfähigkeits-Versicherung unterschätzt wird oder Verunsicherung bezüglich Sparverträgen im Zuge von Hartz IV besteht, die Angebote der Trierer Stelle sind "mehr als ausgebucht", sagt Beraterin Kirsten Thul-Kunsmann: "Das ist auch abhängig von gesetzlichen Bestimmungen. Wenn die Eigenheimzulage wieder in der Diskussion steht, sind auch unsere Seminare rappelvoll." Mit dem technischen Fortschritt nimmt auch der Beratungsbedarf zu. "Vor fünf Jahren war das Thema Telekommunikation ein Randthema. Heute haben wir viele Fragen zu Kostenfallen wie Premium-SMS, erhöhten Telefonrechnungen und dubiose Internetabonnements", sagt Gudrun Hansen, Verbraucherberaterin in Trier. Ungeschlagen aber ist der Boom der Energie-Beratungen. "Mit 270 Einzelberatungen hatten wir so viele wie noch nie", bilanziert Energieberater Bernhard Andre. Seit anderthalb Jahren seien die Preise für Öl, Gas und Strom um ein Viertel gestiegen, gleichzeitig wachse der Verbrauch. Das stoße die Verbraucher an ihre Grenzen, sagt Andre: "Die Beratungen werden zunehmen - auch, weil sich viele Verbraucher beim Energiesparen falsch verhalten. Es bleibt viel zu tun." Folgende Schwerpunkte der Trierer Verbraucherberatung: 24. September Tag der offenen Tür zur privaten Altersvorsorge, ab 26. September Aktionswoche zu Nebenverdiensten, 11. Oktober zehn Jahre Beratungsstelle "Barrierefreies Bauen und Wohnen", 15. Oktober Tag der Immobilie, 21. November Aktionswoche Telekommunikation.

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