Pizzaburger und Riesenlager sichern Zukunft

Pizzaburger und Riesenlager sichern Zukunft

Mehr als zehn Millionen Euro soll das zweite Tiefkühlhochregallager am Dr. Oetker Werk kosten. Außerdem wird ausschließlich in Wittlich das neue Produkt Pizzaburger hergestellt. Das bringt 50 neue Jobs bei einem der größten Arbeitgeber der Region mit mehr als 1200 Mitarbeitern.

Wittlich. Pizza und Burger: Das sind für Münder und Mägen junger Menschen längst Klassiker. Der Lebensmittelkonzern Dr. Oetker bringt beides zusammen: Er ist der weltweit erste Hersteller von Pizzaburgern fürs Tiefkühlfach. Die Produktion wird ausschließlich in Wittlich geleistet.
Was es mit der Marktneuheit auf sich hat, erklärt auf TV-Nachfrage Claudia Koalenzki, zuständig für Öffentlichkeitsarbeit bei Dr. Oetker, Bielefeld: "Der Pizzaburger ist eine Pizza. Pizzaburger gibt es bereits, aber nicht fürs Tiefkühlfach." Ein Patent hat der Lebensmittelriese dafür nicht, weil es die Form einer Pizza oder eines Burgers eben schon gibt: "Daher ist es nicht möglich, sich diese schützen zu lassen", sagt die Pressesprecherin. Aus Wettbewerbsgründen könne sie nichts über Details zur dafür in Wittlich erstmals eingesetzten Technologie sagen, auch ein Foto von der Pizzaburger-Produktion oder die Höhe der täglichen Stückzahl sollen nicht öffentlich werden.
Geheime Technik, neue Stellen


Dafür gibt es eine andere Aussage im Zusammenhang mit der Neuheit: "Mit der Einführung des Pizzaburgers wurden am Standort Wittlich 50 Mitarbeiter neu eingestellt."
Verkauft wird der Spezialburger made in Wittlich seit September ausschließlich in Deutschland. Das ist ein Unterschied zu seiner Pizzaverwandtschaft: Nach früheren Angaben gehen die in Wittlich hergestellten Pizzen und Mini-Baguettes zu 40 Prozent in den deutschen Markt, 60 Prozent in den Export bis nach Kanada.
Der Neuling im Tiefkühlregal soll vor allem jungen Menschen schmecken. Unter anderem hat der Lebensmittelkonzern eine Verbraucherstudie beim Forsa-Institut in Auftrag gegeben. Kurzgefasst kam heraus: Es wird gerne aus der Hand ohne Besteck gegessen, viele essen Tiefkühlpizzen alleine und zwar vor dem Fernseher oder am Computer. Deshalb gelte für die Neuheit, so Claudia Koalenzki: "In erster Linie sprechen wir mit diesem Produkt junge Männer an: Verbraucher, für die es einfach und schnell gehen soll."
Doch neben dem kleinen Snack, der ohne Besteck satt machen soll, gibt es eine weitere weithin sichtbare Neuerung am Wittlicher Werk: Der Bau des zweiten Tiefkühlhochregallagers. Nummer eins misst 60 mal 40 Meter und ist mit 32 Metern höher als der Kirchturm von St. Markus in Wittlich. So groß wie sein Vorgänger soll auch der Neubau direkt an der Halle aus dem Jahr 1988 werden. Als das Vorhaben im vergangenen Jahr bekannt wurde, sagte der damalige Werksleiter Detlef Förster, es würden mehr als zehn Millionen Euro investiert. Claudia Koalenzki sagt aktuell: "Das neue Tiefkühl-Hochregallager benötigen wir aufgrund der gestiegenen Nachfrage nach Tiefkühl(TK)-Pizza und TK-Snacks." Man werde keine Angaben zu Investitionen machen und aus Wettbewerbsgründen nicht zu den Kapazitäten des Hochregallagers äußern. Früher hieß es einmal, ein Lager, das mit minus 27 Grad kältester Ort der Produktion ist, fasse 14 000 Paletten. Auf jede einzelne passen 500 bis 700 Pizzen. Nimmt man die kleinere Zahl, wären das sieben Millionen Stück.
Im Jahr 2012 stellte das Wittlicher Werk im Drei-Schichten-Betrieb 360 Millionen Pizzen und 40 Millionen Mini-Baguettes her - jetzt zusätzlich Pizzaburger. Und was sagt Hans-Dieter Husch, seit Jahresbeginn Werksleiter in Wittlich? "Der Pizzaburger ist lecker und kommt bei jungen Leuten sehr gut an."Extra

Das sagen Pressesprecher des Lebensmittelriesen mit Stammsitz in Bielefeld zum Standort Wittlich: "Dr. Oetker hat sich 1980 in Wittlich angesiedelt. Damals war das Unternehmen auf der Suche nach einem attraktiven Standort mit erweiterungsfähigen Flächen. Zudem bot sich eine gute Anbindung, um die in Wittlich produzierten Tiefkühl(TK)-Pizzen und -Snacks sowohl im deutschen als auch im europäischen Markt zu etablieren. Eine Entscheidung, die sich als richtig erwiesen hat, denn im Verlauf der Jahre wurde das Werk aufgrund der steigenden Nachfrage nach Tiefkühl-Pizzen und -Snacks ausgebaut und die Belegschaft erweitert. Die hohe Qualität unserer Produkte sowie das besondere Engagement unserer Mitarbeiter haben einen großen Anteil an diesem Erfolg." sos