Porsche unter den Bierkästen

BITBURG. Ein schöneres Geschenk hat sich Michael Dietzsch, Vorsitzender der Geschäftsführung der Bitburger Getränke Verwaltungs GmbH, nicht wünschen können. Just zu seinem 64. Geburtstag startete die Bitburger Brauerei in ein neues Bierkasten-Zeitalter.

Schon einmal setzte das Eifeler Familien-Unternehmen mit Bierkästen Maßstäbe. Als 1987 der Modulkasten auf den Markt kam, zogen andere Brauereien gleich nach, heute gelten die stabileren Behältnisse als Standard. Mit den neuen Bierkästen geht es nun darum, ein zeitgemäßeres und bequemeres Transportbehältnis für den Gerstensaft auf den Markt zu bringen. Doch es geht auch um mehr. "Es geht um Mut zu Investitionen in die Zukunft", sagte der Bitburger Marketing-Geschäftsführer Peter Rikowski bei der Präsentation des Bierkastens. Und diese Zukunft liege in der Eigenschaft als mittelständisches Unternehmen bewusst am Standort Deutschland. Immerhin steckt die deutsche Nummer drei unter den Brauereien bis Ende 2005 rund 30 Millionen Euro in den Austausch und die Einführung von sechs Millionen neuer Kästen. Inklusive der 469 Millionen Euro für den Kauf der Brauereien König Pilsener und Licher investieren die Eifeler damit die Hälfte ihres Umsatzes in neue Projekte.Ziel: bessere Wahrnehmung

Bitburger ist nach eigenen Angaben die Nummer eins beim Gezapften in der Gastronomie und die Nummer zwei im Handel. "Unser Ziel ist nicht die Mengenführerschaft", stellte Rikowski klar. "Wir wollen, dass Bitburger vom Verbraucher besser wahrgenommen wird." Immerhin sei es die Biermarke mit der höchsten Wiederkaufsrate (47 Prozent). Über einen Preisanstieg für das Bier sei momentan noch keine Entscheidung gefallen. Allerdings dränge sich die Frage auf, sagte Rikowski. Ergonomische Tests und die Verwertung der neuesten Erkenntnisse bei Kunststoffen hätten die Bierkiste zum "Porsche unter den Bierkästen" gemacht, warb Bitburger-Marketing Harald May. So sei der weichere Tragegriff als ein "Sportlenkrad" konzipiert, alle Ecken und Kanten seien abgerundet, die Metallic-Lackierung gebe dem Modell die moderne Optik getreu dem Werbemotto: "Deutschland verändert sich." In Rheinland-Pfalz, im Saarland und in Nordrhein-Westfalen kommen die Kästen mit Halbliter-Flaschen in den kommenden sechs Wochen auf den Markt, bis Ende 2005 werden auch die übrigen Bundesländer versorgt und auch Drittel-Liter-Flaschen sowie Stubbis neu gefüllt sein. Dass der neue Bitburger-Kasten eine kürzere Überlebensdauer als der alte haben wird, da sind sich alle einig. Doch ist das Modell für neue unternehmerische wie politische Entscheidung bereits gerüstet: So ist die neue Kiste so hoch gebaut, dass auch die Halb-Liter-Bierflasche als Long-Neck-Modell hineinpasst. Eine Einkerbung lässt zudem die Versenkung von GPS-gesteuerten Daten-Chips im Bierkasten zu.

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