Prickelnde Erwartungen

FRANKFURT/TRIER. Gewinn durch Wachstum in Osteuropa: Während der Absatz von Sekt in Deutschland stagniert, setzt der Hersteller Schloss Wachenheim auf steigenden Umsatz in Osteuropa. Gleichzeitig bekennt sich Vorstands-Chef Nick Reh zu dem Standort in Trier.

Trier ist der größte Standort der Sektkellerei Schloss Wachenheim AG in Deutschland - und das soll er auch bleiben. "Seit vielen Jahren haben wir hier etwa 150 Mitarbeiter", sagte der Vorstandsvorsitzende Nick Reh dem TV. "Ich glaube, dass es dabei auch in Zukunft bleibt." Dabei ist im Lauf der vergangenen zehn Jahre die Produktion am Standort Trier, an dem nur Sekt hergestellt wird, zurückgegangen. Gleichzeitig wuchs aber die Zahl der Mitarbeiter in der Verwaltung des Unternehmens. Schloss Wachenheim ist nach eigenen Angaben mit einem Jahres-Absatz von über 200 Millionen Euro der weltweit führende Hersteller von Sekt und Schaumwein. Trotzdem ist die Firma in Deutschland mit 19 Prozent Marktanteil nur die Nummer drei: hinter Rotkäppchen-Mumm und Henkell & Söhnlein. "Wir haben früher 100 Millionen Flaschen Sekt im Jahr hergestellt, heute sind es noch 63 Millionen", sagte Reh. Um den Rückgang beim Sekt-Absatz auszugleichen, hat die Firma andere Unternehmensbereiche ausgebaut. "Es gibt ein großes Wachstum bei alkoholfreiem Wein und Sekt", sagte Reh. Auch das für Kinderpartys gedachte Getränk "Robby Bubble" verkauft sich gut: Fast sieben Millionen Flaschen packten die Kunden im vergangenen Jahr in ihre Einkaufswagen. Bei der Vorstellung der Zahlen für die erste Hälfte des Geschäftsjahrs - das zum 30. Juni endet - präsentierte Reh gestern in Frankfurt Zuwächse: Im Gesamtjahr sollen die Erlöse um 5,6 Prozent auf 354 Millionen Euro steigen. Der Konzernüberschuss soll um 13,7 Prozent auf 9,5 Millionen Euro zulegen. Bei der Hauptversammlung am Mittwoch war beschlossen worden, die Dividende, die an die Aktionäre ausgeschüttet wird, für das Geschäftsjahr 2004/05 um vier Cent auf zwölf Cent zu erhöhen. Während in Deutschland Umsatzsteigerungen durch neue Produkte erzielt werden, sieht Schloss Wachenheim einen riesigen Markt für Sekt und Wein in Osteuropa: in Polen, Rumänien, Tschechien, Ungarn und der Slowakei. Im vergangenen Jahr hat das Unternehmen nach Auskunft von Reh in dieser Region rund 100 Millionen Euro Umsatz gemacht. Zwar sind in einigen dieser Länder auch klassische Wachenheim-Marken wie Faber Sekt zu haben, der Hauptumsatz läuft aber über den Teilkonzern Ambra, der die Rechte an einer Vielzahl von dortigen Marken hält.

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