Profit aus der Krise

TRIER. Ein Ranking macht Unternehmen vergleichbar. Ein Vorteil für die Trierer Media-Agentur Moccamedia. Denn mit einem Umsatz von 30 Millionen Euro gehört sie zu den 30 größten ihrer Branche in Deutschland - und beweist, dass auch in der Provinz profitable Geschäfte gemacht werden können.

Klein, stark, schwarz - wie ein kräftiger Mokka agiert auch Cornelia Lamberty mit ihrer Media-Agentur Moccamedia. Seit 14 Jahren versucht die gelernte Reisekauffrau mit ihrem Team aus 15 Mitarbeitern, Botschaften ihrer Kunden über den richtigen Kanal an die Verbraucher zu bringen. Mit Erfolg. Denn aufgrund ihres Planungs- und Einkaufsvolumens von inzwischen rund 30 Millionen Euro hat sie nun den Sprung unter die 30 größten von über 1000 deutschen Media-Agenturen geschafft - als einziges Unternehmen aus der Provinz neben Agentur-Netzwerken und Städten wie Berlin, Hamburg, München. Provinz mit Vorteilen

"Ich habe im Standort Region Trier immer die Vorteile gesehen: geringe Kosten, gebündelte Kompetenz, kaum Fluktuation", sagt die 42-Jährige. Der Nachteil, die langen Fahrzeiten, werden lediglich durch Vorurteile von außen geprägt, Stichwort "Media-Diaspora". Aber darum braucht sich die Dunkelhaarige ohnehin keine Gedanken mehr zu machen. Denn Kunden wie die Autoriesen Peugeot Deutschland, Daewoo und Opel Schweiz sowie der Mundwasser-Produzent One Drop Only (Nur ein Tropfen) und die 2400 Neuform-Reformhäuser in der Bundesrepublik gehen bei Moccamedia ein und aus. Als einziger Kunde der Region Trier ist der Flachdach-Produzent Alwitra unter Vertrag. Doch was ist der Unterschied zwischen Werbe-Agenturen und Media-Agenturen? Werbe-Agenturen suchen nach den richtigen Farben für die richtige Verpackung und griffige Worte für einen griffigen Slogan. Lambertys Media-Agentur dagegen analysiert, in welchen Medien das neue Produkt bei einer gewissen Zielgruppe am besten ankommt. "Es geht bei Moccamedia weniger darum, wie eine Anzeige aussieht, sondern darum, dass sie im richtigen Medium die richtige Wirkung erzielt", sagt Cornelia Lamberty. 4000 Werbebotschaften prasseln Tag für Tag auf uns ein. Weil aber Zeit und Geld knapp ist, muss Werbung ansprechen. Damit sie auch ankommt, bedarf es gezielter Vorarbeit. Dazu analysiert Lamberty alle Gruppen der Bevölkerung, untersucht, welches Einkaufsverhalten sie haben, überblickt die Konkurrenten, untersucht das Potenzial für die Kunden und ob die Zielgruppen besser über Zeitung, Rundfunk oder Fernsehen angesprochen werden können. "Dies gewinnt zunehmend an Bedeutung. Wenn bei der Analyse ein Fehler gemacht und die falsche Zielgruppe ermittelt wird, dann ergibt das eine Kettenreaktion - und das Produkt hat keinen Erfolg", sagt die Agentur-Chefin. Dies sei in Zeiten knapper Budgets besonders wichtig. Aufmerksamkeit und Überraschung mit kleinem Budget erreichen ist deshalb die Strategie von Moccamedia. "Es gibt in jeder Branche eine intelligente Nische", sagt der Fan von ungewöhnlichen Werbeformen. Deshalb liege die Konzentration auf Regionalmärkten und dem Abverkauf. Dass dies für Cornelia Lamberty noch viele Möglichkeiten bietet, da ist die Selfmade-Marketing-Frau überzeugt. Schließlich gibt sie bei der Position 22 im bundesweiten Ranking der Media-Agenturen noch nicht auf.