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Qualitätsweinprüfung: Höchste Anstellmenge seit zehn Jahren erreicht.

Wein : Rieslingweine am stärksten vertreten

Qualitätsweinprüfung: Höchste Anstellmenge seit zehn Jahren erreicht.

(red)  Der Handel und die Erzeugergemeinschaften/Winzergenossenschaften sind die „Gewinner“ des Krisenjahres 2020. Das zeigt die Auswertung der Statistik für die Qualitätsweinprüfung der Landwirtschaftskammer Rheinland-Pfalz bezogen auf das vergangene Jahr.

Bis Ende Dezember 2020 wurden rund 5,15 Millionen Hektoliter über alle Betriebsgruppen hinweg zur Qualitätsweinprüfung angestellt. Das ist ein Plus von 2,6 Prozent im Vergleich zum Vorjahr und gleichzeitig die höchste Menge seit 2010. „Wir vermuten, dass die stärkere Ausrichtung auf den Lebensmitteleinzelhandel, der Konsum der Privathaushalte und deren Lagerhaltung diesen Effekt ausgelöst hat“, erklärt der Präsident der Landwirtschaftskammer Rheinland-Pfalz, Ökonomierat Norbert Schindler.

Von den Kellereien wurden rund 3,1 Millionen Hektoliter angestellt, was knapp 61 Prozent aller Qualitätsweine in Rheinland-Pfalz ausmacht – plus 7,5 Prozent zum Vorjahr. Ein ähnliches Plus zeigt sich bei den Erzeugergemeinschaften. Doch kein Licht ohne Schatten: Die stärksten Verluste bei der geprüften Menge haben die Weingüter in den rheinland-pfälzischen Anbaugebieten zu verzeichnen.

Die Statistik weist fast zehn Prozent weniger Anstellmenge als im Vorjahr aus.

Am stärksten ist der Rückgang bei den Weingütern am Mittelrhein und der Mosel, während die Pfalz und Rheinhessen die geringsten Verluste in der Anstellmenge zu verzeichnen haben. „Wir gehen davon aus, dass die einzelbetriebliche Situation hier eine große Rolle spielt“, so Präsident Schindler.

„Wer schnell und gezielt die Absatzkanäle beispielsweise durch Online-Aktivitäten umgestaltet hat, konnte die fehlenden Absatzmöglichkeiten ausgleichen.“

Die Schließung der Gastronomie und die Absagen der Weinfeste sowie der eingeschränkte Tourismus haben somit vor allem Weingüter getroffen, die aus unterschiedlichen Gründen nicht schnell genug auf die neue Situation reagieren konnten, erklärt sich der Präsident die Statistik: „Die Weingüter an der Mosel etwa sind durchschnittlich kleiner und haben eine verstärkte Ausrichtung auf den Tourismus und den Export.“

Der Blick auf die Rebsorten zeigt: Rieslingweine sind immer noch am stärksten vertreten, jedoch im Vergleich zum Vorjahr leicht rückläufig. Es folgen Dornfelder, Müller-Thurgau und Grauburgunder, der mit einem Plus von 14 Prozent den höchsten Zuwachs verzeichnet.