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Regionale Betriebe fordern mehr E-Ladesäulen und besseren ÖPNV

Möbilität : Nicht auf der Strecke bleiben: Regionale Betriebe fordern mehr E-Ladesäulen und besseren ÖPNV

Eine Umfrage bei heimischen Betrieben zeigt: Die Lust auf E-Mobilität ist da, aber es fehlt ein regionaler Masterplan. Die Forderung: „Die Region muss erreichbar sein.“

Ein Thema rund um das weite Feld  Mobilität und Klimaschutzziele treibt die regionalen Betriebe vor allem um: Rund 80 Prozent von ihnen haben Angst, auf der Strecke zu bleiben und in der Provinz nicht mehr erreichbar für Kunden und Lieferungen zu sein. Das ist das Ergebnis einer Umfrage der beiden regionalen Wirtschaftskammern unter mehr als 200 Unternehmen mit rund 12 000 Beschäftigten.

„Das Mobilitätsthema der Zukunft wird sein: Wie kann man die Erreichbarkeit des ländlichen Raums sichern“, sagt Wilfried Ebel, Experte für Verkehr und Digitalisierung bei der Industrie- und Handelskammer (IHK) Trier. Das Auto werde politisch nicht mehr gewollt, aber die Betriebe in der Region Trier sehen bislang für sich und ihr Unternehmen keine greifbaren Alternativen. Zwar wird die allgemeine Erreichbarkeit des Unternehmens in der Region durchaus als positiv mit der Schulnote 2,4 bewertet. „Wir sehen eine solide Lage, vor allem bei der Bewertung der Straße als Verkehrs­träger, aber es gibt noch deutlich Luft nach oben“, resümiert Matthias Schwalbach, Geschäftsführer Standortpolitik bei der Handwerkskammer (HWK) Trier. Gerade Betriebe in der Stadt Trier oder der Vulkaneifel benoten die Erreichbarkeit schlechter. Hier werden als konkrete Projekte von den Betrieben der A1-Lückenschluss und die fehlende Westumfahrung Triers und die zu lange dauernden Genehmigungsverfahren genannt.

Am wenigsten zufrieden sind die heimischen Betriebe mit der Ladeinfrastruktur für alternative Antriebe. „Während es beim Breitbandausbau eine Federführung durch die Kreise gibt, fehlt hier ein regionaler Masterplan“, sagt Schwalbach. „Gerade auf dem Land ist eine gesicherte Mobilität ein existenzielles Thema.“ Denn dabei gehe es auch um die Wettbewerbsfähigkeit mit Betrieben aus städtischen Gebieten. Hier müsse es auch ein beherztes Vorgehen sowohl von Energieversorgern als auch von Kommunen und den Kammern gemeinsam geben, fordert er. So sehen rund 72 Prozent der Befragten die Ladeinfrastruktur etwa durch Elektro-Tankstellen als negativ an, zumal diese nicht mit den Zulassungszahlen von E-Autos Schritt halte.

Umgekehrt wehren sich die Betriebe gegen zu rigorose Verbote wie etwa das des Verbrennungsmotors für Nutzfahrzeuge ab 2030. „Eine Umstellung braucht Zeit. Eine Dieselflotte fährt zehn bis 15 Jahre, hier muss man politisch Anreize schaffen, um eine Umstellung zu erreichen“, sagt Schwalbach. Dies fordern auch zwei Drittel der Befragten, während sogar rund 74 Prozent der Unternehmen ein Verbot der Verbrennungsmotoren ablehnen.

Besonders unzufrieden sind die Unternehmen mit dem ÖPNV und hier mit der überregionalen Schienenanbindung. Der Grund: die Unzufriedenheit mit der Streichung der Direktanbindung Triers an den Fernverkehr 2014. „Als Alternative zum Auto müssen zeitnah Lösungen gefunden werden, wie Fernverkehr und Schienenpersonennahverkehr attraktiv werden, zumal nach der Flutkatastrophe Optionen zur Elektrifizierung bestehen“, sagt Ebel. Selbiges gelte für die Forcierung eines Jobtickets für Azubis wie Beschäftigte, erklärt Schwalbach: „Das Interesse ist da, aber die Kosten für kleine Betriebe zu hoch und das Prozedere zu lang. Hier müssen die Aufgabenträger stärker mitfinanzieren.“

Unternehmen machen mobil: Unter diesem Motto gibt es eine Online-Veranstaltung der beiden Kammern am Mittwoch, 27. Oktober, 14 Uhr. Denn ob JobTicket, JobRad oder andere Möglichkeiten: Es wird künftig darauf ankommen, wie Klimaschutzziele erreicht werden können und Beschäftigte und ihre Betriebe kostengünstig mobil bleiben.  Infos und Anmeldung unter: https://www.ihk-trier.de/p/Unternehmen_machen_mobil-9-22254.html