Regionale Firmen sind robust aufgestellt

Regionale Firmen sind robust aufgestellt

Die Situation der regionalen Wirtschaftsunternehmen ist sehr solide. Das ist das Ergebnis der Sparkassenuntersuchung "Diagnose Mittelstand". Im bundesdeutschen Vergleich schneiden die kleinen und mittleren Betriebe gut ab, sagt der Vorstandsvorsitzende der Sparkasse Trier, Remigius Kühnen.

Trier. Bereits zum zwölften Mal fühlen die Sparkassen in Deutschland dem Mittelstand auf den Zahn. Die 423 Institute haben dafür 267 000 Bilanzen aus 2010 und 123 000 Firmen-Bilanzen aus 2011 ausgewertet. Das Zeugnis, das sie der Wirtschaft ausstellen, ist erfreulich: "Die mittelständischen Unternehmen in Deutschland befinden sich in einer robusten Verfassung. Auftragslage, Umsatz und Beschäftigungsperspektiven sind gut. Nach wie vor ist der Mittelstand der stabilisierende Faktor für die Gesamtwirtschaft", fasst Sparkassenchef Remigius Kühnen die Auswertung zusammen.
Eigenkapitalquote stetig erhöht


"In vielen Bereichen ist die Lage der kleinen und mittleren Unternehmen (KMU) bei uns in der Region sogar noch besser", freut sich Kühnen. Bei der Sparkasse Trier sind aus dem Bereich der Stadt und des Kreises Trier-Saarburg insgesamt 1282 Bilanzen ausgewertet worden.
Die bei weitem meisten Unternehmen haben einen Jahresumsatz von bis zu 50 Millionen Euro im Jahr. Für den Finanzexperten Kühnen ist besonders erfreulich, dass die Unternehmen in den vergangenen Jahren ständig ihre Eigenkapitalquote erhöht haben. "Noch in den 90er Jahren lag die Eigenkapitalquote bei heute noch kaum denkbaren zwei bis drei Prozent", erinnert er sich. Mit der Einführung von Basel II, das die Kreditvergabe stärker an Risiken koppelt, hat sich das im Laufe der Zeit verändert. Denn die Quote ist ein wichtiges Indiz für die Robustheit eines Unternehmens in der Krise (siehe Extra).
Bundesweit stieg diese wichtige Kennzahl von 2010 auf 2011 von 16,9 Prozent auf 19,8 Prozent. Im Bereich der Sparkasse Trier sind die Unternehmen besser aufgestellt. Von 2009 an (16,2 Prozent) stieg die Eigenkapitalquote 2010 auf 20,2 Prozent und blieb im Folgejahr konstant hoch.
Für den Sparkassenvorstand ist auch die Entwicklung bei der Umsatzrentabilität "sehr erfreulich". Diese Zahl beschreibt, wie viel Anteil am Umsatz einem Unternehmen als Gewinn bleibt (siehe Extra). "Die Mittelständler in der Region konnten die Umsatzrentabilität zum wiederholten Mal steigern. Sie liegt derzeit bei 8,5 Prozent, während sie bundesweit bei Unternehmen bis 50 Millionen Euro bei 6,5 Prozent liegt", erklärt Remigius Kühnen. Den Sparkassenchef erfreut auch die Gewinnentwicklung der heimischen Betriebe (siehe Grafik). "Der Anteil der Unternehmen mit Gewinnen hat sich im Vergleich zu den Vorjahren noch einmal leicht erhöht und liegt mit 83,5 Prozent über dem deutschlandweiten Durchschnitt von 82,8 Prozent", vergleicht Kühnen Region und Bund. Auf Grundlage dieser positiven Bilanzzahlen und Blick in die eigenen Bücher ist Remigius Kühnen auch für das laufende Jahr mutig. "Ich bin für die regionale Wirtschaft sehr optimistisch. Die Bäume wachsen sicher nicht in den Himmel, aber das wissen die Firmen auch."
Gute Aussichten für 2013


Dank hoher Eigenkapitalquoten und vorsichtigem Handeln seien die Unternehmen auch auf mögliche Krisen vorbereitet. Die niedrige Insolvenzzahl sei zudem ein deutliches Indiz für diese Einschätzung. 3,7 Insolvenzen auf 1000 Unternehmen in Trier und im Kreis Trier-Saarburg lediglich 1,9 auf 1000 laut Statistischem Landesamt seien hervorragende Werte. Trier-Saarburg weise damit den niedrigsten Wert im Land auf. "Die Unternehmen in der Region sind stabil und robust. Wenn auch die Ertragslage in diesem Jahr etwas geringer ausfallen würde als 2012, bleibt die Lage insgesamt doch sehr gut", freut sich Sparkassenchef Remigius Kühnen schon auf die kommende Diagnose Mittelstand.Extra

Für die Bewertung von Unternehmen sind die Eigenkapitalquote und die Umsatzrendite oder -rentabilität wichtige Kennzahlen. Die Eigenkapitalquote und das Gegenstück Fremdkapitalquote beschreiben die Finanzstruktur von Unternehmen. Je höher das Eigenkapital in einem Unternehmen ist, umso geringer ist das Risiko, in eine Krise zu geraten oder in eine Insolvenz, denn eine hohe Quote minimiert das Kreditrisiko des Unternehmens. Eine Umsatzrendite bezeichnet das Verhältnis von Gewinn zu Umsatz innerhalb einer Rechnungsperiode. Eine Rentabilität von zehn Prozent entspricht also einfach einem Gewinn von zehn Cent je Euro Umsatz. Firmen mit hoher Umsatzrendite sind nach Experteneinschätzung weniger anfällig für Schwankungen von Rahmenbedingungen wie Zinsen, Rohstoffpreisen oder sonstigen Aufwendungsbereichen. hwExtra

Remigius Kühnen ist seit 2007 Vorstandsvorsitzender der Sparkasse Trier und seit 1991 im Vorstand des Finanzinstituts. Der 63-Jährige ist bereits seit 1965 bei der Sparkasse Trier, die 1995 mit der Kreissparkasse Trier-Saarburg fusionierte. Er ist verheiratet und hat zwei Kinder. hw