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Regionale Konjunktur: Regionale Wirtschaft bewertet die Lage gut und die Aussichten schwach

Regionale Konjunktur : Regionale Wirtschaft bewertet die Lage gut und die Aussichten schwach

Gleich zweimal im Jahr bittet die Industrie- und Handelskammer Trier (IHK) ihre Mitgliedsbetriebe um ein Stimmungsbild. Bei der jüngsten Umfrage beteiligten sich 154 Unternehmen mit rund 19 000 Beschäftigten.


Wie ist die Stimmung bei den Industriebetrieben, beim Handel und in der Dienstleistungsbranche?
„Das regionale Konjunkturklima präsentiert sich zu Jahresbeginn etwas eingetrübt. Die meisten Betriebe sind mit ihren aktuellen Geschäften zwar grundsätzlich zufrieden, blicken aber mit einer gewissen Skepsis auf die vor uns liegenden zwölf Monate“, sagt IHK-Hauptgeschäftsführer Jan Glockauer. Angesichts der weltweiten Risiken, die bereits andere Regionen erheblich getroffen haben, ist die Lage in der Region weiterhin entspannt.

Der sogenannte IHK-Konjunkturklimaindikator ist seit vergangenem Herbst um fünf Punkte auf derzeit 113 Punkte gefallen.

Die 100er-Marke steht bei der konjunkturellen Einschätzung der Unternehmen für einen neutralen Wert. Knapp die Hälfte der beteiligten Firmen bewertet die eigene Geschäftslage als gut oder als befriedigend. Elf Prozent der heimischen Betriebe berichten indes von schlechten Geschäften.


Wo drückt die Unternehmen der Schuh?
IHK-Chefsvolkswirt Matthias Schmitt hat die Daten ausgewertet: „Das aktuelle Konjunkturbild präsentiert sich gespalten. Einerseits sind die Investitionsplanungen der Betriebe weiterhin expansiv angelegt, andererseits wollen die Unternehmen nur noch in begrenztem Ausmaß Personal einstellen. Gleichwohl bleibt der Fachkräftemangel mit 66 Prozent Nennungen das wirtschaftliche Risiko Nummer eins im neuen Jahr.“Bei der Vorstellung des gemeinsamen Positionspapiers von Handwerkskammer und IHK haben die Verantwortlichen von rund 5500 offenen Stellen in der regionalen Wirtschaft berichtet, die zu besetzen sind. Das Thema spiegelt sich ebenso in den monatlichen Arbeitslosenzahlen der Region (siehe Artikel oben).

In ihrer Einschätzung listen die Unternehmer weitere Baustellen auf. Größere Sorgen als noch vor einem Jahr machen sich die regionalen Betriebe insbesondere um die wirtschaftspolitischen Rahmenbedingungen (50 Prozent), den Inlandsabsatz (48 Prozent) und die Entwicklung der Auslandsmärkte (22 Prozent). Gerade in Sachen unternehmensfreundliche Wirtschaftspolitik sieht die IHK dringenden Handlungsbedarf.

Am ehesten machen sich die weltpolitischen Risiken bisher bei den Industriebetrieben in der Region bemerkbar. Matthias Schmitt: „Die Industrieunternehmen wähnen sich 2020 in einem schwierigen Fahrwasser. Zwar liegen die Kapazitätsauslastung und der Auftragsbestand laut Unternehmensmeldungen noch über dem saisonüblichen Durchschnitt, doch stagnieren die Auftragseingänge und die mittelfristigen Exporterwartungen.“


Was erwartet die IHK für 2020? Für das Gesamtjahr geht die Industrie- und Handelskammer von einer spürbaren Verlangsamung der konjunkturellen Dynamik aus, hält aber eine Rezession für unwahrscheinlich.

Auf der Habenseite kann die regionale Wirtschaft derzeit laut Jan Glockauer eine stützende Binnennachfrage, expansive Investitionsabsichten, eine relativ geringe Exportabhängigkeit und intakte Finanzierungsbedingungen verbuchen.