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Regionale Wirtschaft ist weiter gut aufgestellt

Regionale Wirtschaft ist weiter gut aufgestellt

Kein Herbstblues bei den regionalen Unternehmen: Das Konjunkturklima präsentiert sich in solider Verfassung. Dies geht aus einer Umfrage der Industrie- und Handelskammer (IHK) Trier hervor.

Trier. "Die Situation der regionalen Wirtschaft ist ungebrochen gut, die Einschätzung der Zukunft hat sich allerdings etwas eingetrübt.
"Die Bäume werden hinsichtlich der Konjunktur zunächst nicht in den Himmel wachsen", prognostiziert IHK-Geschäftsführer Matthias Schmitt. In den IHK-Indikator gehen die Angaben regionaler Unternehmen zur aktuellen Geschäftslage und zu den Geschäftserwartungen für die nächsten zwölf Monate ein. "Die Geschäftslage der Betriebe hat sich sogar verbessert. 37 Prozent der Befragten berichten von guten, lediglich sieben Prozent von schlechten Geschäften. Im Frühjahr lag das Verhältnis noch bei 35 zu 15 Prozent", erläutert der IHK-Konjunkturexperte die Daten. Dafür sind nach Angaben der Kammer die Geschäftserwartungen nicht mehr so gut wie noch im Frühjahr. Damals standen 33 Prozent Optimisten elf Prozent Pessimisten gegenüber. Nun liegt das Verhältnis bei 25 zu 15 Prozent. Die besten Geschäftserwartungen hegen dabei die Dienstleistungsbetriebe. Industrie und Handel erwarten nur leichte Verbesserungen ihrer Branchenkonjunkturen. "Das spiegelt sich auch in den Beschäftigungsplanungen wider. Die Dienstleister wollen mehr Personal einstellen, Handel und Industrie hingegen das gegenwärtige Beschäftigungsniveau halten", erklärt Matthias Schmitt. Insgesamt positiv bewertet die Kammer die Investitionsneigung der regionalen Betriebe. Diese hat sich gegenüber dem Frühjahr verbessert.
Höhere Exporterwartung


In den kommenden zwölf Monaten wollen 29 Prozent der befragten Unternehmen mehr, 54 Prozent gleich viel und lediglich 17 Prozent weniger investieren. 38 Prozent planen Produktinnovationen, rund 28 Prozent die Ausweitung ihrer Kapazitäten. Die Industriebetriebe, denen häufig eine Vorreiterrolle in der Konjunkturentwicklung zukommt, berichten von überdurchschnittlichen Auftragsbeständen und Kapazitätsauslastungsgraden sowie steigenden Auftragseingängen. Diese Werte fielen im Frühjahr allerdings noch günstiger aus, wie die IHK berichtet. Verbessert haben sich die Exporterwartungen. 27 Prozent der Industrieunternehmen erwarten mittelfristig steigende Ausfuhren, während lediglich drei Prozent Rückgänge befürchten. Dieser Optimismus wird allerdings vornehmlich von den eher binnenorientierten Verbrauchsgüterproduzenten getragen.
Die exportorientierten Firmen erwarten stagnierende Ausfuhren. "Trotz der positiven Konjunkturstimmung sollten die Risiken nicht aus dem Auge verloren werden. Jeweils rund die Hälfte der Befragten sieht in den hohen Energiepreisen, der Inlandsnachfrage, den wirtschaftspolitischen Rahmenbedingungen und dem Fachkräftemangel Gefahren für ihre Betriebskonjunkturen", sagt IHK-Hauptgeschäftsführer Jan Glockauer. Deshalb sei die neue Bundesregierung gefordert, die Wachstumskräfte zu stärken, anstatt über höhere Steuern und Mindestlöhne zu diskutieren.
An der Umfrage haben sich 135 Unternehmen aus Industrie, Handel und Dienstleistungssektor mit 14 000 Beschäftigten beteiligt. red