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Revolution in Blumen verpackt

Revolution in Blumen verpackt

Die Liebe zu Blumen und Pflanzen hat sie schon früh entdeckt. Nun darf Kerstin Schiefer ganz Deutschland zeigen, dass ihr Herz voll und ganz für florales Design schlägt. Bei den Deutschen Meisterschaften tritt die Landesmeisterin aus Ensch (Kreis Trier-Saarburg) für Rheinland-Pfalz an.

Ensch/Berlin. Gefühle durch Blumen zum Ausdruck bringen - dies ist die Leidenschaft von Kerstin Schiefer beim Arbeiten mit Blumen und Pflanzen. Gerade in Trauergestecken, einem Faible der 24-jährigen Floristin, findet sie das geeignete Instrumentarium. "Ich bin selbst auch schon durch Trauersituationen hindurchgegangen. Da gibt es einem ein gutes Gefühl und es beruhigt, wenn man Menschen beim Abschied nochmal eine Freude mit auf den Weg geben kann", sagt sie dem TV.

Ihre Freude an Blumen hat sie bereits in der Grundschule entdeckt, heute übt sie ihren Traumberuf aus. Und so sieht die Floristin aus Ensch (Kreis Trier-Saarburg) ihre Teilnahme bei der Deutschen Meisterschaft der Floristen am 22. und 23. August in Berlin auch nicht nur als Herausforderung an, sondern hofft auch darauf, neue Trends kennenzulernen und Ideen für sich zu entdecken.
Ein Strauß für Rosa Luxemburg


Schon jetzt setzt sie sich mit den Herausforderungen des Wettbewerbs auseinander, bei dem sie das Land Rheinland-Pfalz vertritt und sich gegen elf Konkurrenten aus ganz Deutschland durchsetzen muss. Denn die Teilnehmer erwarten fünf Wettbewerbsaufgaben - vier davon sind bereits gestellt, eine ist eine Übungsaufgabe, die in 90 Minuten bewältigt werden muss. Motto in diesem Jahr: Revolution.
Was dahinter steckt? Wie kann ich die digitale Revolution floristisch darstellen? Wie sieht ein Strauß für Rosa Luxemburg aus? Wie interpretiere ich die Auswirkungen der industriellen Revolution in einer Pflanzung? Veränderungen, Umbrüche und Innovationen der Menschheitsgeschichte - diese mit Blumen und Pflanzen zu gestalten, ist anspruchsvoll und mit viel Fantasie, Kreativität und handwerklichem Geschick verbunden.
"Man darf mit den Gedanken nie stehen bleiben", lautet Kerstin Schiefers Motto. Deshalb arbeitet sie seit Tagen an der Ausgestaltung der Aufgaben, konstruiert Aufbauten und versucht ihre Konstruktionen permanent zu verbessern. Den Adrenalinstoß, den der Wettbewerb auf sie ausübt, "der ist neben der alltäglichen Arbeit schon mal nötig", sagt die Floristin, die seit acht Jahren ihren Beruf bei dem Trie-rer Unternehmen J. Lambert & Söhne ausübt und auch ihre Nachfolger als Azubis im Metier der Floristik ausbilden darf. "Ich möchte bei der Deutschen Mei-sterschaft die Zuschauer mit meinen Werkstücken begeistern und die Freude am Beruf näher bringen", sagt Kerstin Schiefer.
Dass sie vielseitig ist, Ideen hat und Inszenierungsfreude besitzt, dafür steht auch ihre Lieblingsblume, die Celosia oder Brandschopf genannt (siehe Foto). "Sie ist eine Sommerblume und selbst auf meinem Balkon in voller Pracht zu halten. Gleichzeitig hat diese Pflanze etwas Exotisches", sagt die junge Frau.
Bereits 2013 hat sie bewiesen, dass sie in ihrem Beruf deutschlandweit zur ersten Garde gehört. Bei der Deutschen Meisterschaft der Floristen hat sie den zweiten Platz belegt.

Extra

Die Deutsche Meisterschaft unter den Floristen gilt nicht nur als international beachtetes Forum für kunstvolles Design mit Blumen und Pflanzen. Seit 1966 setzt sie Akzente und Impulse für neue Trends. Dem Sieger winkt der Gewinn der "Goldenen Rose". Veranstalter sind der Fachverband Deutscher Floristen (gegründet 1904) und die Fleurop AG. Im Floristikbereich sind deutschlandweit rund 32 000 Menschen beschäftigt. Vor zehn Jahren waren es noch rund 20 Prozent mehr. 90 Prozent von ihnen sind Frauen. Auch die Zahl der Betriebe nimmt ab.sas