Rücken, Husten, Psyche: Darum sind Rheinland-Pfälzer krank

Gesundheit : Die Region schneidet bei Krankheitstagen gut ab

Die Grippewelle hat die Fehlzeiten bei den Beschäftigten im Land ansteigen lassen. Der Raum Trier wurde weniger gebeutelt.

Rund 200 000 Arbeitsunfähigkeitsmeldungen ihrer Mitglieder hat die Barmer für eine Untersuchung ausgewertet. Das Ergebnis: Die Zahl der Krankmeldungen ist in Rheinland-Pfalz 2018 gegenüber dem Vorjahr angestiegen. „Besonders Erkrankungen der Atemwege sorgten für einen Anstieg bei Krankschreibungen von Erwerbspersonen in Rheinland-Pfalz. Hierfür dürfte die heftige Grippewelle im ersten Quartal des Vorjahres die Ursache sein“, sagt Dunja Kleis, Landesgeschäftsführerin der Barmer in Rheinland-Pfalz und im Saarland.

Atemwegserkrankungen: Im Vergleich der 36 Landkreise und kreisfreien Städte im Land kommt die Region Trier   insgesamt gut weg. Der Eifelkreis Bitburg-Prüm zählte die wenigsten Arbeitsunfähigkeitstage pro Beschäftigten wegen Erkrankungen der Atemwege (2,1). Im Landesdurchschnitt war jeder Beschäftigte 2,8 Tage wegen Atemwegserkrankungen arbeitsunfähig (2017: 2,4 Tage). Auch der Landkreis Vulkaneifel (2,3), Trier (2,4) sowie die Landkreise Trier-Saarburg und Bernkastel-Wittlich (je 2,7) blieben unter dem Landesdurchschnitt.

Psychische Leiden: Die Barmer sieht hier die Entwicklung mit großer Aufmerksamkeit. „Nie war es für Arbeitgeber wichtiger, mit Maßnahmen zur Stressprävention und Stärkung der psychischen Gesundheit ein gutes Arbeitsumfeld zu schaffen“, sagt Barmer-Landesgeschäftsführerin Kleis. Besonders die Digitalisierung der Arbeit berge gesundheitliche Risiken. Das habe eine Studie der Universität St. Gallen im Auftrag der Barmer jüngst belegt.

Die Ausfallzeiten verharren bei psychischen Leiden weiter auf hohem Niveau. 3,4 Tage fehlten rheinland-pfälzische Arbeitnehmer 2018 im Schnitt aus diesen Gründen.

Auch hier ist die Lage in der Region meist etwas besser.  Von allen rheinland-pfälzischen Landkreisen und kreisfreien Städten wurden die wenigsten Tage von Arbeitsunfähigkeit infolge psychischer Krankheiten im Landkreis Vulkaneifel (2,7) registriert. Weiter lagen auch die Landkreise Bernkastel-Wittlich, Trier-Saarburg sowie der Eifelkreis Bitburg-Prüm (je 3,1) unter dem Landesdurchschnitt, nur Trier (3,6) darüber.

Muskel-Skelett-Erkrankungen:

Hauptursache für Arbeitsunfähigkeit rheinland-pfälzischer Erwerbspersonen blieben Erkrankungen des Muskel-Skelett-Systems. Sie sorgten im Durchschnitt für 4,0 Arbeitsunfähigkeitstage unter Beschäftigten in Rheinland-Pfalz (2017: 4,0). Die Stadt Trier (3,3), Bernkastel-Wittlich (4,6), der Eifelkreis Bitburg-Prüm (3,5), der Vulkaneifelkreis (4,2) und der Landkreis Trier-Saarburg (4,0) sind hier unauffällig.

Häufigste Ursache waren Rückenbeschwerden. Mehr als jeder zweite Tag (55,8 Prozent) von Arbeitsunfähigkeit ging im Jahr 2018 auf das Konto von Erkrankungen des Muskel-Skelett-Systems (21,7 Prozent), seelischen Leiden (18,7 Prozent) und Atemwegserkrankungen (15,4 Prozent).

Über alle Krankheiten hinweg zählten die Statistiker 18,3 Tage von Arbeitsunfähigkeit pro Beschäftigten in Rheinland-Pfalz – etwas mehr als 2017 mit 17,8 Tagen.

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