Rückkehr an den Geburtsort

Rückkehr an den Geburtsort

TRIER. (sas) Die Deutsche Bundesbank ist im Umbruch - nicht erst seit der Einführung des Euro und der Europäischen Zentralbank. In diese Zeit fällt auch der Wechsel an der Spitze der Trierer Bundesbankfiliale von Heinrich Reis zu Wolfgang Hack.

Auch wenn er jahrelang im Saarland gelebt hat, nun kehrt er zu seinem Geburtsort Trier zurück. Wolfgang Hack ist neuer Direktor der Trierer Bundesbankfiliale und damit Nachfolger von Heinrich Reis, der nach dreieinhalb Jahren nach Koblenz wechselt. Acht Filialen und 25 Jahre in Führungspositionen - das ist die stolze Bilanz von Reis, der von den Vertretern der regionalen Kreditinstituten, Kammern und Verbänden mit etwas Wehmut verabschiedet wurde. "Er war ein Reisender an der Mosel", bezeichnete Dieter Mühlenhoff, Vorstandsvorsitzender der Sparkasse Trier, den alten Filial-Chef. Er sei für die Banken der Region der "Mr. Euro" gewesen, der für die reibungslose Einführung des neuen Bargeldes verantwortlich war. Noch im Nachhinein habe Reis Recht behalten, sagte Mühlenhoff: "40 000 Starter-Kits waren viel zu wenig." Den neuen Direktor Hack verpflichtete er gleich, im Sinne der Tradition zum Vorsitz der Trierer Bankleiter-Runde, die zwar "keine Zinssätze festlegt, aber den Umgang miteinander präge und fördere". Auch Personalratsvorsitzender Peter-Bernhard Lauterborn dankte Heinrich Reis und hieß den neuen Bundesbanker Hack willkommen. "In der Phase der Strukturreform hat er viel Wert auf eine vertrauensvolle Zusammenarbeit gelegt", lobte Lauterborn. Und die habe das Personal schon schätzen gelernt. In Zeiten von Reformen ist das viel Wert. Denn nicht nur die Kreditinstitute machen einen Wandel mit, auch die Bundesbank: 50 Millionen Euro Einsparungen, Schließung von 56 Zweigstellen und Reduzierung des Spitzenpersonals um 50 Prozent sind nur einige Beispiele. "Trier steht nicht auf der Streichliste", verspricht Alt-Direktor Reis. Und sollte dies doch einmal in Erwägung gezogen werden, argumentierte er schelmisch, so müsse man darüber nachdenken, unter das Dach der Luxemburger Zentralbank zu flüchten. Erst dann könne man den Sinn und Erfolg der Trierer Bundesbankfiliale ermessen.