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Rückkehr der normalen Zeiten

Rückkehr der normalen Zeiten

Die krisengeschüttelte Metallbranche in der Region stabilisiert sich. Bei Volvo in Konz oder bei Bilstein in Mandern (beide im Kreis Trier-Saarburg) wird oder ist die Kurzarbeit beendet. Die Auftragsbücher füllen sich.

Trier. "Wir haben genügend Aufträge bis in den Sommer. Mit dem April können wir die Kurzarbeit beenden", erklärt Robert Kramp, Geschäftsführer beim Baumaschinenhersteller Volvo Construction Equipment in Konz. Damit endet für das Unternehmen eine schwierige Zeit, denn in den vergangenen Monaten litt die gesamte Baubranche ganz erheblich unter der weltweiten Krise. Doch Kramp kann diese Situation sehr gut einschätzen: "In unserer Branche ist das Auf und Ab üblich. Bis in den Sommer hinein haben wir nun genügend Bestellungen vorliegen, um die Arbeit wieder normal anlaufen zu lassen." Für die rund 750 Volvo-Beschäftigten beginnt also wieder ein Stück Normalität. "Wir erhoffen uns zudem noch Impulse von der Bauma, die jetzt bald beginnt", versprüht Robert Kramp ein wenig Optimismus. Die weltgrößte Fachmesse für Baumaschinen, Baustoffmaschinen, Bergbaumaschinen, Baufahrzeuge und Baugeräte beginnt am 19. April in München. Doch bis man das Niveau von 2007/2008 erreicht habe, werde es noch dauern.

Ende der Kurzarbeit auch bei Umstrukturierung



Auch beim Stoßdämpferhersteller Bilstein ist die Kurzarbeit seit einigen Wochen ausgelaufen. Die 650 Mitarbeiter bei der ThyssenKrupp-Tochter hoffen, dass ihre Produkte wieder stärker nachgefragt werden. Ebenso hat das Trier-Stahlwerk mit 250 Mitarbeitern die Kurzarbeit beendet.

Bei Siegenia Aubi in Hermeskeil und Reinsfeld läuft die Kurzarbeit ebenfalls aus. Doch die Gründe dafür sind weniger erfreulich. Der Tür- und Fensterbeschlaghersteller muss umstrukturieren, gut 350 Menschen, etwa die Hälfte der Belegschaft, verlieren ihren Job, und in einer solchen Situation kann die Kurzarbeit nicht fortgeführt werden.

Roland Wölfl, IG Metall-Chef in der Region Trier, schätzt deshalb die Situation noch als "insgesamt schwierig" ein. "Die Unternehmen, die im Krisenjahr 2009 ihre Hausaufgaben gemacht haben, haben gute Chancen, 2010 ohne weiteren Personalabbau über die Runden zu kommen." Doch selbst wenn die Unternehmen zu 75 Prozent an den Umsatz von 2007 und 2008 herankämen, sei diese Lage noch nicht rosig. "Im hart umkämpften Metallbereich verdienen die Firmen erst bei einer hohen Auslastung Geld", sagt Wölfl. Mit dem Metall-Tarifvertrag hätten die Unternehmen aber nun ein sehr flexibles Instrument, um auch außerhalb der Kurzarbeit ihre Belegschaft zu halten. So sind etwa Wochenarbeitszeit-Verkürzungen von 35 auf 30 Stunden ohne Lohnausgleich möglich. Sogar bis 26 Stunden kann die Arbeitszeit gesenkt werden, mit zwei Stunden Teilausgleich für die Mitarbeiter. Für diese hohe Flexibilität und Lohnverzicht garantierten die Firmen, dass es keine betriebsbedingten Kündigungen gebe. Wölfl ist deshalb optimistisch, dass in diesem Jahr die Beschäftigungssituation in der regionalen Metallbranche "einigermaßen stabil" bleibt.

Positive Signale kommen auch von der Agentur für Arbeit in Trier. Die Zahl der zur Kurzarbeit zugelassenen Arbeitnehmer ist innerhalb eines Monats um 388 zurückgegangen. "Wir stehen in ständigem Kontakt mit den Unternehmen, einige größere Betriebe haben uns angekündigt, die Kurzarbeit im April zu beenden und zur vollen Arbeit zurückzukehren", erklärt Wolfram Leibe, Chef der Agentur für Arbeit in Trier. "Der Arbeitsmarkt ist noch nicht über den Berg, aber es gibt hoffnungsvolle Zeichen einer Verbesserung", sagt Leibe.