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RWE-Aufsichtsrat billigt Neuanfang, Kommunen gehen leer aus

RWE-Aufsichtsrat billigt Neuanfang, Kommunen gehen leer aus

Das Geschäft läuft seit Jahren schlecht bei RWE. Nun startet der Konzern einen radikalen Neuanfang. Dafür hat der Aufsichtsrat die Weichen gestellt, der Landkreisen in der Region nicht gefallen dürfte.

Trier/Bitburg/Daun/Essen. Der Aufsichtsrat des Konzerns schloss sich am Donnerstag dem Vorstandsvorschlag an, die Dividende für Stammaktien zu streichen. Außerdem beschloss das Gremium, dass RWE-Chef Peter Terium bei der Aufspaltung des Konzerns in "alte" und "neue" Energie vorübergehend beide Gesellschaften führen soll.
Erst nach dem Börsengang der RWE-Zukunftsgesellschaft "NewCo" (erneuerbare Energien, Netze und Vertrieb) voraussichtlich Ende des Jahres gibt Terium den Vorsitz der Muttergesellschaft RWE AG (Kraftwerke, Energiehandel) ab. Der Manager konzentriert sich dann auf die Zukunftsgesellschaft. Die Leitung der "alten" RWE soll nach dem Rückzug Teriums der bisherige RWE-Vize Rolf Martin Schmitz übernehmen, wie der Aufsichtsrat ebenfalls beschloss. Mit der Aufspaltung will RWE die Position beider Sparten stärken. Die Einnahmen aus dem Börsengang sollen maßgeblich in Investitionen für erneuerbare Energien fließen - dort hinkt der Konzern der Konkurrenz hinterher. Den Essenern machen die abgestürzten Strompreise im Großhandel zu schaffen. Vor 14 Tagen musste RWE deshalb eine erneute Abschreibung von mehr als zwei Milliarden Euro anmelden.
Bei den kommunalen RWE-Aktionären hatte es gegen die Pläne zur Dividendenkappung heftige Proteste gegeben - sie haben die Einnahmen schon in ihre Haushalte eingeplant. Verluste bedeutet das auch für die vier Landkreise der Region, die Anteile an dem Energiekonzern besitzen - beim Kreis Trier-Saarburg (221 471 Euro), dem Vulkaneifelkreis (141 000 Euro), dem Eifelkreis Bitburg-Prüm (275 000 Euro) und Bernkastel-Wittlich (290 000 Euro).
Am Donnerstag stimmte zwar keiner der vier Aktionärsvertreter gegen die Kappung. Doch Experten tippen, dass sich der kommunale Zorn bei der Hauptversammlung am 20. April entladen dürfte. Diese entscheidet endgültig über die Dividende. dpa/wie