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Ryanair fliegt ab Köln - Hahn bleibt gelassen

Ryanair fliegt ab Köln - Hahn bleibt gelassen

Die irische Fluggesellschaft Ryan air fliegt ab Mai auch von Köln aus und macht damit dem Flughafen Hahn Konkurrenz. Dort sieht man das Engagement der Iren allerdings gelassen.

Köln. Seit drei Jahren wurde es immer wieder gemunkelt, seit gestern ist es offiziell: Die irische Fluggesellschaft Ryanair fliegt ab Mai auch vom Flughafen KölnBonn. Gerade einmal 176 Kilometer beträgt die Entfernung zum Hunsrück-Flughafen Hahn, von wo aus Ryanair ebenfalls fliegt. Zahlreiche der 2,8 Millionen Passagiere auf dem Hahn (2011) kommen aus Nordrhein-Westfalen oder aus der näheren Umgebung des Köln-Bonner Flughafens.
Zunächst sollen zwei Ziele von dort aus angeflogen werden: sechs Mal pro Woche das spanische Girona in der Nähe der Costa Brava und täglich Mallorca. 200 000 zusätzliche Passagiere und 200 Jobs verspricht Ryanair dem Flughafen. Die Iren fliegen dann von insgesamt zehn deutschen Plätzen.
Angebot könnte wachsen


Ab März verstärkt die Fluggesellschaft zudem ihr Engagement auf dem Baden-Airport bei Baden-Baden, statt bislang zwölf werden dann 19 Ziele von dort aus angeflogen. Auch in Köln könnte das Angebot in den nächsten Jahren wachsen, teilte Ryan air gestern mit. Der Flughafen Köln leidet ähnlich wie der Hahn an Passagierverlust. Ging die Zahl auf dem Hunsrück im vergangenen Jahr um 17 Prozent zurück, waren es in Köln-Bonn zwei Prozent. 9,6 Millionen Fluggäste wurden dort 2011 gezählt. Neben Lufthansa fliegt deren Tochtergesellschaft Germanwings und auch Air Berlin.
Auf dem Flughafen Hahn nimmt man die Entscheidung von Ryanair, künftig auch von Köln-Bonn aus zu fliegen, gelassen. Man erwarte davon keine Auswirkungen, sagte Flughafensprecherin Maria Horbert unserer Zeitung. Girona und Mallorca würden auch ab Hahn angeflogen. "Außerdem wird Ryanair sein Engagement am Hahn im Sommerflugplan wieder deutlich verstärken." Statt 48 - wie im Sommer vergangenen Jahres - würden dann 56 Ziele angeboten. Zum Winterflugplan hat Ryanair ein Drittel der Strecken vom und zum Hahn gestrichen. Man erwarte daher ein "moderates Wachstum" bei den Passagierzahlen. Dazu beitragen soll eine wöchentliche Verbindung ins türkische Izmir, den die Gesellschaft Sunexpress von Juni bis August anbietet.
Ryanair will weder vom Hahn noch vom Flughafen im nordrhein-westfälischen Weeze Flugzeuge abziehen, um von Köln aus zu fliegen. Branchenkenner gehen davon aus, dass sich mit dem Engagement auf dem Großflughafen ein Strategiewechsel bei der Fluggesellschaft andeutet. Weil auf Regionalflughäfen wie auf dem Hahn kein größeres Wachstum mehr zu erwirtschaften ist, könnte Ryanair gezielt auf große Flughäfen zugehen.Extra

Die EU-Kommission prüft, ob das Land Rheinland-Pfalz als Betreiber des Flughafens Zweibrücken zu Unrecht Investitionsbeihilfen an Unternehmen zahlt und Fluggesellschaften wie Germanwings, Tuifly und Ryanair bei den Flughafengebühren entgegengekommen ist. Im zuständigen Innenministerium spricht man von "Unterstützungsleistungen für den Flughafen". Man gehe davon aus, dass diese im Einklang mit den EU-Vorgaben stehen, sagt Ministeriumssprecher Joachim Winkler. Allerdings liege die schriftliche Entscheidung über das Prüfverfahren noch nicht vor, so dass derzeit keine detaillierte Bewertung vorgenommen werden könne. Eine geplante Fusion der Flughäfen Zweibrücken und Saarbrücken wirke sich positiv auf die Prüfung aus, glaubt Winkler. Auch gegen den Saarbrücker Flughafen wurde ein Prüfverfahren von der EU-Kommission eingeleitet. Dieser gewähre Fluggesellschaften Rabatte. wie