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Saisonkräfte verlieren ihre Jobs

Saisonkräfte verlieren ihre Jobs

Die Winzer nutzen die Minustemperaturen, um ihren begehrten Eiswein einzufahren, doch am Arbeitsmarkt sorgt die Witterung für eine Negativentwicklung. Die Temperaturen sinken, die Arbeitslosenzahlen steigen, so präsentiert sich der regionale Arbeitsmarkt im November.

Trier. Für den Chef der Arbeitsagentur Trier, Heribert Wilhelmis, ist die jüngste Entwicklung keine Überraschung: "In der kalten Jahreszeit können viele Berufe im Freien nicht ausgeübt werden. Die Folge ist, dass Mitarbeiter auf dem Bau oder in der Gastronomie entlassen werden."
In nackten Zahlen bedeutet das, 10 704 Menschen in der Region Trier waren im November auf Arbeitsplatzsuche, genau 222 mehr als einen Monat zuvor. Die Arbeitslosenquote steigt damit leicht von 3,7 auf 3,8 Prozent.
Anders als konjunkturelle Schwankungen seien diese saisonalen Bewegungen jedoch vorhersehbar und gäben keinen Grund zur Sorge, erläutern die Experten von der Trierer Arbeitsagentur. Wie stark die Arbeitslosigkeit zulege, sei von der Strenge des Winters abhängig und bleibe zunächst abzuwarten. "Zurzeit fällt der Anstieg - bei einer insgesamt niedrigen Arbeitslosenquote - moderat aus. Das ist erfreulich und weist auf einen robusten Arbeitsmarkt hin", findet Agentur-Chef Wilhelmi.
Wie sehr der November in der Region von den saisonalen Effekten getrieben ist, zeigt der Blick in den Landkreis Bernkastel-Wittlich. Mit 2220 arbeitslosen Menschen sind 222 mehr auf Jobsuche gemeldet als noch einen Monat zuvor. Die Arbeitslosenquote steigt in diesem Kreis am stärksten, von 3,2 auf 3,6 Prozent, an. "Besonders betroffen sind eben hier Beschäftigte in der Gastronomie. Sie verlieren über die Wintermonate ihre Arbeit", erklärt Wilhelmi.
Doch der Stellenmarkt scheint leicht eingefroren zu sein: Im November meldeten die Unternehmen der Region 1113 freie Stellenangebote - 226 weniger als im Oktober. Dennoch befindet sich das Arbeitsplatzangebot weiterhin auf einem sehr hohen Niveau. Jobsuchende können in der Region Trier aus einem Pool von 4452 Ausschreibungen wählen. Zum gleichen Zeitpunkt im letzten Jahr gab es lediglich 3600 freie Jobs. Besonders gut sind die Aussichten auf eine neue Stelle in der Zeitarbeit, wo generell viel Fluktuation herrscht, mit 1308 offenen Stellen, im verarbeitenden Gewerbe mit 496 Jobofferten und im Handel mit 417 Stellenausschreibungen.
So sieht es in Land und Bund aus


"Trotz leichten Anstiegs der Arbeitslosigkeit zeigt sich der Arbeitsmarkt in Rheinland-Pfalz weiterhin stabil. In den vergangenen vier Wochen haben sich vermehrt Männer und Frauen arbeitslos gemeldet, die zuvor im Gartenbau, im Baugewerbe und im Gastgewerbe gearbeitet hatten. Die Einstellungsbereitschaft der Unternehmen zeigte sich das ganze Jahr über positiv", stellt Heidrun Schulz, Chefin der Regionaldirektion Rheinland-Pfalz-Saarland der Bundesagentur für Arbeit, klar. In Zahlen meldet die Regionaldirektion Rheinland-Pfalz-Saarland für November insgesamt 106 200 Frauen und Männer in Rheinland-Pfalz arbeitslos, rund 600 mehr als vier Wochen zuvor. Die Arbeitslosenquote bleibt konstant bei 4,8 Prozent.
Überrascht haben zu dieser Jahreszeit die Bundesdaten. Die Zahl der Arbeitslosen in Deutschland ist auf ein neues Rekordtief gesunken.
Die Bundesagentur für Arbeit registrierte im November 2,53 Millionen Erwerbslose. Das sind 8000 weniger als im Oktober, wie die Behörde am Mittwoch in Nürnberg mitteilte. Die Arbeitslosenquote ging um 0,1 Punkte auf 5,7 Prozent zurück.