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Sanierungsprogramm soll Moselglas aus der Krise bringen

Zeltingen-Rachtig. Die Moselglas GmbH in Zeltingen-Rachtig (Kreis Bernkastel-Wittlich) versucht über ein Sanierungsverfahren, in Eigenverwaltung aus ihrer Krise herauszukommen. Knapp 50 Mitarbeiter arbeiten bei dem Unternehmen, das jährlich 24 Millionen Weinflaschen spült, reinigt und an Winzer abgibt. Vorläufiger Verwalter ist der Trierer Insolvenzanwalt Thomas B. Schmidt.

Zeltingen-Rachtig. Bei der Moselglas GmbH in Zeltingen-Rachtig sollen die Geschäfte gewohnt weiterlaufen wie bisher. Dennoch steckt die Firma in einer dicken Krise. Denn vor wenigen Tagen musste die Unternehmensleitung beim Amtsgericht Wittlich wegen drohender Zahlungsunfähigkeit ein Sanierungsverfahren in Eigenverwaltung anmelden. Das Gericht hat nun den Trierer Insolvenzspezialisten Thomas B. Schmidt zum vorläufigen Sachwalter bestellt. Der Sanierungsexperte Jens Lieser, Rechtsanwalt aus Koblenz, unterstützt die Geschäftsführung in dem Verfahren. Das Duo Lieser und Schmidt ist zudem mit der Insolvenz des Nürburgrings betraut.
Nach Angaben des Koblenzer Rechtsanwalts "resultiert die existenzbedrohende Unternehmenskrise allein aus einem Rechtsstreit mit einem Kölner Mitbewerber. Nach dem Rechtsstreit droht nun die Vollstreckung einer Zahlung durch den Mitbewerber, der auch gleichzeitig Lieferant von Moselglas war". Das Unternehmen Moselglas hatte gegen den Kölner Lieferanten den Prozess über Forderungen aus der Belieferung von Paletten mit Pfandgut an Kunden und über Gewährleistungsansprüche in zweiter Instanz verloren. Lieser: "Obwohl Moselglas versucht hatte, sich außergerichtlich zu einigen, lehnte der Konkurrent alle Einigungsversuche ab."
Experten sind optimistisch


Lieser ist dennoch nach erster Einschätzung zuversichtlich: "Ich blicke auf ein erhaltungswürdiges und sanierungsfähiges Unternehmen und freue mich, die Moselglas im Sanierungsprozess zu begleiten." Der vorläufige Sachwalter Thomas B. Schmidt werde die Sanierungsschritte als "verlängerter Arm des Gerichts" überwachen. "Ich werde mich dafür einsetzen, dass die Interessen der Gläubiger gewahrt und die Zukunftsfähigkeit des Unternehmens gesichert werden", so Schmidt. Der Geschäftsbetrieb läuft uneingeschränkt weiter. Moselglas ist ein Unternehmen, das operativ mit Gewinn arbeitet. Die Firma beschäftigt 25 Festangestellte, 18 Aushilfskräfte und drei Auszubildende. Die Löhne und Gehälter für die nächsten drei Monate würden bei der Bundesagentur für Arbeit beantragt. Ein Abbau von Arbeitsplätzen ist derzeit nicht geplant.
Moselglas in Zeltingen-Rachtig wurde 1994 gegründet und hat sich auf das Spülen von Weinflaschen spezialisiert. Rund 24 Millionen Flaschen werden dort pro Jahr gereinigt.
Zum Serviceangebot zählt neben dem Spülen das Abholen gebrauchter Glasflaschen, das Sortieren und die Lieferung der gereinigten Flaschen an Kunden, die zu einem Großteil aus der Weinbranche kommen.
Nicht betroffen von dem Sanierungsverfahren in Eigenverwaltung der Moselglas GmbH sind die Oenologic GmbH, die den Handel mit Flaschen, Verschlüssen, Weinbehandlungsmitteln und Kartonagen betreibt, und die Spedition Justen GmbH. hw