Scharfe Attacke

Verbal-Attacke beim Neujahrsempfang: DGB-Chef Karl Heinz Päulgen griff indirekt die Handwerkskammer an und kritisierte angebliche Zahlungen an Ex-Oberbürgermeister Helmut Schröer. Deren Reaktion: "Ein unverantwortlicher Auftritt."

Trier. Erst seit einigen Wochen ist Karl Heinz Päulgen Vorsitzender des Ausbildungs-Ausschusses der Handwerkskammer Trier (HWK). Zwischen der Kammer und ihm gibt es nun Klärungsbedarf. Beim Neujahrsempfang des Deutschen Gewerkschaftsbundes Trier packte DGB-Chef Päulgen am Freitagabend vor rund 80 Gästen die verbale Keule aus. Nach Aussagen über zu hohe Managergehälter schwenkte Päulgen zum Thema Ehrenamt über. Hier sei ihm ein Fall bekannt, "wo sich ein im Ruhestand befindlicher hoher Beamter bei einer Körperschaft des öffentlichen Rechts in unserer Region ehrenamtlich engagiert - und dies mit 20 000 Euro im Jahr bezahlt wird", sagte der DGB-Chef in der Europäischen Rechtsakademie. Der offensichtliche Adressat dieser Kritik ist die Handwerkskammer Trier, die im Wirtschaftsplan 2008 unter dem Titel "Ausbildungsbotschafter" 20 000 Euro eingeplant hat. Diese ehrenamtliche Aufgabe hat der ehemalige Oberbürgermeister der Stadt Trier, Helmut Schröer, übernommen.Auf TV-Anfrage zu diesem Haushaltstitel erklärte die Kammer: "Zunächst ist richtigzustellen, dass es sich bei der genannten Summe um einen Haushaltsansatz für das gesamte Projekt ,Ausbildungsbotschafter' handelt. Dieser Planansatz beinhaltet eine Aufwandsentschädigung für den Ausbildungsbotschafter, aber auch Entschädigungen zum Beispiel für Lehrlinge und Meister, die den Ausbildungsbotschafter im Unterricht begleiten, sowie alle sonstigen anfallenden Sachkosten (Reisekosten, Porto, Broschüren und Ähnliches)."

Laut Päulgen war der Titel bei der Ausschussberatung ein Thema. So habe der Ausschuss beschlossen, die Position auszuklammern. Eine Entscheidung sollte die Vollversammlung treffen. Diesem Ansatz sei die Kammer gefolgt, sagte HWK-Präsident Rudi Müller dem TV: "Von den Vollversammlungsmitgliedern wurden hierzu keinerlei Bedenken oder gar Einwände gegen die vorgeschlagene Aufwandsentschädigung geäußert. Der Haushalt der Kammer - einschließlich der Position Ausbildungsbotschafter - wurde einstimmig (eine Enthaltung) verabschiedet."

Auf TV-Anfrage reagierte Helmut Schröer empört: "Ich halte eine solche Aussage für unverantwortlich, aber ich kann ja nicht gemeint sein, weil die Zahlen nicht stimmen."