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Schicksal von Verlagsgruppe Weltbild ungewiss

Schicksal von Verlagsgruppe Weltbild ungewiss

Der angeschlagene katholische Weltbild-Verlag hat am Freitag einen Insolvenzantrag gestellt. Das teilte das Unternehmen in Augsburg mit. Das Bistum Trier ist mit 4,3 Prozent an der Gruppe beteiligt.

Augsburg/Düsseldorf. Die Zukunft der Verlagsgruppe Weltbild ist ungewiß. Auslöser für den Insolvenzantrag sei vor allem ein Umsatzrückgang in der ersten Hälfte des Geschäftsjahres 2013/14. Auch angesichts der in den kommenden drei Jahren erwarteten niedrigeren Erlöse habe sich der Finanzierungsbedarf für die Sanierung des Unternehmens verdoppelt. "Gestern hat sich entgegen der Erwartung der Geschäftsführung herausgestellt, dass die notwendige Finanzierung nicht zur Verfügung stehen wird", hieß es am Freitag in der Mitteilung. Die Insolvenz betreffe nur die Verlagsgruppe, nicht die Filialen und die Gesellschaften in Österreich und der Schweiz. Dieses Geschäft betreibt Weltbild in einer gemeinsamen Tochterfirma mit dem Buchhändler Hugendubel. Ebenfalls nicht betroffen sei der Internetbuchhändler bücher.de. Über den Insolvenzantrag hatte zuerst "Handelsblatt Online" berichtet. Der Weltbild-Verlag beschäftigt mehr als 6000 Menschen, etwa die Hälfte arbeitet in den Filialen. Eigentümer des traditionsreichen Verlags sind unter anderem zwölf katholische Bistümer. Der Geschäftsbetrieb solle zunächst weiterlaufen.
Zum Insolvenzverwalter soll Wirtschaftsprüfer Arndt Geiwitz werden. Dessen Kanzlei hatte unter anderem die Schlecker-Pleite verwaltet.

"Stecker gezogen"


Im vergangenen Herbst war nach anhaltenden Verlusten ein Kapitalschnitt eingeleitet und ein Sanierungsexperte in den Vorstand berufen worden. Mehrere Diözesen sicherten zunächst Liquiditätshilfen in zusammen zweistelliger Millionenhöhe zu, erklärten aber zugleich, aus dem Gesellschafterkreis ausscheiden zu wollen. "Die haben den Stecker gezogen", zitierte das Handelsblatt einen namentlich nicht genannten Verhandlungsteilnehmer. Die zur Sanierung benötigte Summe liege schätzungsweise "mindestens im unteren dreistelligen Millionenbereich".
Dies sei für die Kirche zu viel gewesen. KNA/dpa

Extra

Die Verlagsgruppe Weltbild mit Sitz in Augsburg gehört zu den größten Medienhandelsunternehmen in Europa. Mehr als 6000 Mitarbeiter erwirtschafteten zuletzt rund 1,59 Milliarden Euro Umsatz (Geschäftsjahr 2011/2012). Das aus dem katholischen Zeitschriftenverlag Winfried-Werk hervorgegangene Unternehmen ist auf dem Buchmarkt mit rund 400 Filialen im deutschsprachigen Raum, einem Onlineshop weltbild.de und im Katalogversandhandel tätig. Weltbild-Gesellschafter sind zwölf katholische deutsche Diözesen, der Verband der Diözesen Deutschlands sowie die katholische Soldatenseelsorge Berlin. KNA