Schieben statt scheitern

Schieben statt scheitern

Vom 7. bis 10. September sollte die Verbrauchermesse "Taff" als Nachfolgerin der Mosellandausstellung frischen Wind in die Trierer Messelandschaft blasen. Doch der Veranstalter hat die Premiere abgesagt: "Verbrannte Erde" habe die Akquise unmöglich gemacht.

Trier. Die Zeiten, in denen die zuletzt zur Verkaufsshow degenerierten Mosellandausstellung (MA) bis zu 40 Prozent des Umsatzes des Trierer Messeparks ausgemacht hat, sind schon lange vorbei. "Die Absage der Taff-Premiere trifft uns daher wirtschaftlich nicht", sagt Matthias Schabio, Geschäftsführer der Schneider Promotion GmbH, die das städtische Gelände seit 2003 vermarktet und seitdem für einen gut gefüllten Veranstaltungskalender sorgt. "Für den Standort Trier ist ein neuer, erfolgreicher Messeveranstalter trotzdem sehr wichtig", legt Schabio den Finger in die Wunde. Denn zur Abschiedsvorstellung der MA im vergangenen Jahr kamen nur 37 000 Besucher. Ein Flop mit nachhaltiger Wirkung: "Die MA hat massiv verbrannte Erde hinterlassen", sagt Elke Tronche, "wir haben bei potenziellen Ausstellern so gut wie keinen Rückhalt gefunden." Die Geschäftsführerin der "Messe Pirmasens GmbH" wollte den MA-Veranstalter Dietmar Jochim mit einem geglückten Neustart ablösen. "Minimum 200 Aussteller sollten es werden, 100 haben wir nur zusammenbekommen. Besonders der Mittelstand und große Unternehmen aus Trier haben uns gefehlt", sagt Tronche. Nach einer Krisensitzung mit der Stadtverwaltung stand ihr Entschluss fest: "Lieber eine Premiere um ein Jahr verschieben, als einen schwachen Neuanfang hinlegen." Die Skepsis der Trierer Unternehmen nach der MA-Pleite war zu erwarten. Dabei darf dem Pirmasenser Unternehmen ein Erfolg durchaus zugetraut werden: Rund zehn erfolgreiche Messen, die im Internet professionell beworben werden, hat die Messegesellschaft in ihrem Portfolio. "Die Pirmasenser haben einen hervorragenden Eindruck gemacht und sind die Sache sehr sachkundig angegangen", betont Schabio. "Die Trierer haben schlechte Erfahrungen gemacht. Das Interesse ist zwar groß, aber definitiv zusagen wollten nur wenige", sagt Tronche. Für Überzeugungsarbeit sei nach der im Februar gefällten Entscheidung zur Taff in Trier zu wenig Zeit gewesen. Bis zum nächsten Jahr sollen die Widerstände gebrochen werden: "Wir wollen eine moderne Messe mit Erlebnisprogramm organisieren." Fest gebucht gewesen seien beispielsweise schon für dieses Jahr Literaturabende mit dem Trierer Krimiautoren Michael Weyand, dem Sportbuchautor Edwin Klein aus Saarburg, mit Büchern zur Konstantin-Ausstellung und dem bekannten Kinderbuchautor Paul Maar. Auch Kochduelle mit Köchen der Region waren geplant. "Messebesucher wollen heute was erleben und die regionale Wirtschaftsszene kennen lernen", erläutert Tronche das Konzept. Schabio ist überzeugt: "Im nächsten Jahr wird der Neustart gelingen."