"Schlechte Weine gibt es nicht mehr"

"Schlechte Weine gibt es nicht mehr"

"Für den ersten Schluck gibt es keine zweite Chance", sagt Gereon Haumann, Landesvorsitzender des Hotel und Gaststättenverbands Dehoga. Und damit der schmeckt, wird seit 1999 jedes Jahr Der beste Schoppen gesucht. Die 16. Auflage des Wettbewerbs wartet mit einigen Neuerungen auf.

Kell am See. Wer als Tourist in die Region kommt, für den ist der erste Kontakt mit dem Moselwein oft ein Schoppen, also ein offen ausgeschenkter Wein. Umso wichtiger ist es, dass der dem Kunden schmeckt, denn: "Wir wollen aus dem unbedarften Gast einen Weinfreund machen", erklärt Dehoga-Chef Haumann. Seit vor 15 Jahren der Wettbewerb Der beste Schoppen ins Leben gerufen wurde, "ist die Qualität sehr stark gestiegen", stellt Ansgar Schmitz, Geschäftsführer des Vereins Moselwein, erfreut fest. Bei dem Wettbewerb melden Gastronomen ihre offenen Weine zur Bewertung an. Insgesamt 14 000 wurden in den vergangenen Jahren verkostet. Die Weine, die den Qualitätstest bestehen, erhalten das Prüfsiegel Der beste Schoppen. Betriebe, die mindestens drei Jahre in Folge besonders erfolgreich teilgenommen haben, erhalten die Plakette Haus der besten Schoppen. "Für Gastronomen und Winzer ist das eine Win-win-Situation", sagt Albrecht Ehses, Geschäftsführer der Industrie- und Handelskammer Trier. Und natürlich profitieren auch die Gäste, denn sie erkennen auf Anhieb, wo gute Weine ausgeschenkt werden.Für die neue Auflage des Wettbewerbs gibt es einige Neuerungen, die die Organisatoren gestern bei einer Pressekonferenz im Hotel Fronhof in Kell am See vorgestellt haben:Neues Punktesystem: Alle Weine werden von den Testern mit bis zu fünf Punkten bewertet - früher gab es in der ersten Runde nur eine Ja-oder-nein-Entscheidung. "Damit stellen wir die Bewertung auf eine breitere Basis", betont Stephan Reuter, Leiter des Weinbauamts Wittlich. "Es ist jetzt mehr als nur ein Abnicken." Fachleute vom Dienstleistungszentrum Ländlicher Raum Mosel stehen den Testern dabei zur Seite. "An jedem Tisch ist ein Experte, der Hilfestellung geben kann", erklärt Gerd Scholten von der Abteilung Weinbau und Oenologie. Durch das differenzierte Punktesystem wird zudem die zweite Wettbewerbsrunde überflüssig.Drei Hauptpreise: Für die Auszeichnung ist künftig das Gesamtangebot der Teilnehmer maßgeblich. Bislang erhielten alle Betriebe, die einen der Siegerweine im Angebot hatten, einen der Hauptpreise. Jetzt erhält der Bestplatzierte 1000 Euro Preisgeld von der VVR-Bank Wittlich, die Zweit- und Drittplatzierten Sachpreise im Wert von 500 und 250 Euro vom Verein Moselwein.Neue Kategorien: Weitere Preise werden künftig in den Kategorien "Neuentdeckung des Jahres" und "Weingut mit Gastronomie" verliehen. Als "Neuentdeckung" kommen alle Betriebe infrage, die erstmals die Plakette "Haus der besten Schoppen" erhalten. Dieser Preis ist mit 500 Euro, gestiftet vom Gerolsteiner Brunnen, dotiert. "Damit möchten wir junge Gastronomen ermutigen, von Anfang an auf Qualität zu setzen", sagt Gerolsteiner-Gebietsverkaufsleiter Andreas Wonner. Das beste Weingut mit Gastronomie erhält Weingläser von Zwiesel Kristallglas im Wert von ebenfalls 500 Euro.Überraschungen sind beim Wettbewerb übrigens nicht ausgeschlossen: "Es ist schon vorgekommen, dass Winzer oder Gastronomen bei der Blindverkostung ihre eigenen Weine abgelehnt haben", berichtet Projektleiter Dieter Reiss. Die Gefahr ist aber nicht allzu groß: Rudolf Schmitt, Vorstand der VVR-Bank Wittlich, hat im Lauf der Jahre bemerkt: "Wirklich schlechte Weine gibt es nicht mehr."derbesteschoppen.deExtra

Wie hier im vergangenen Jahr in Kaisersesch werden beim Wettbewerb „Der beste Schoppen“ auch diesmal Winzer und Gastronomen zahlreiche Weine verkosten. Foto: Moselwein e.V./Ansgar Schmitz.

Gastronomen melden bis 25. April ihre Weine in acht Kategorien (Riesling trocken, halbtrocken und lieblich sowie Weiße Burgundersorten, Elbling, Rivaner, Rosé und Rotwein) zum Wettbewerb an. Die Weine werden in der Woche vom 28. April bis 2. Mai bei den Annahmestellen der Landwirtschaftskammer in Trier, Wittlich, Koblenz oder Ediger-Eller abgegeben. Winzer und Gastronomen treffen sich zu Blindverkostungen in Cochem (10. bis 12, Juni), Trier (17. bis 18. Juni) und Bernkastel-Kues (23. bis 26. Juni). Experten bewerten die ins Finale gekommenen Weine am 8. Juli im Steillagenzentrum in Bernkastel-Kues. Die Siegerweine werden bei der Abschlussveranstaltung am 22. Juli in Kröv präsentiert. daj