Schmerzlicher Einschnitt

40 Mitarbeiter der Saarburger Kunststoff-Firma Tectro haben nach Eröffnung des Insolvenzverfahrens vor wenigen Tagen die Kündigung erhalten. Die Suche nach einem Investor für das in Schieflage geratene Unternehmen geht nach Auskunft des Insolvenzverwalters unter Hochdruck weiter.

Saarburg. (sw) Der Schritt war hart, "für die Betroffenen eine Katastrophe", aber unvermeidbar. So schildern es der zum Insolvenzverwalter bestellte Trie rer Rechtsanwalt Thomas Schmidt und Betriebsratsvorsitzender Horst Molitor gegenüber dem TV.

Nachdem beim Amtsgericht Trier das Insolvenzverfahren über das Vermögen der Tectro GmbH eröffnet worden ist, sprach die Geschäftsführung 40 weitere Kündigungen zum Ende des Jahres aus. Die Betroffenen sind inzwischen freigestellt. Somit sind derzeit noch 60 von zu Spitzenzeiten bis zu 180 Mitarbeitern in dem Unternehmen beschäftigt, das Kunststoff-Spritzgussteile überwiegend für die Automobil-Industrie produziert. "Die personelle Restrukturierung war leider unumgänglich und ist durch das eröffnete Insolvenzverfahren vereinfacht worden", erläutert Schmidt. Die Personalkosten seien im Verhältnis zur Auftrags- und Umsatz-Situation zu hoch gewesen. Betriebsratsvorsitzender Molitor bestätigt die Einschätzung schweren Herzens: "Menschlich gesehen ist das ein Desaster. Die Mitarbeiter waren und sind geschockt, gerade auch, weil jetzt drei Monate Ruhe herrschte. Betriebswirtschaftlich gesehen ist der Schritt bedauerlicherweise notwendig gewesen."

Der Überhang an Personal habe abschreckend auf potenzielle Investoren gewirkt. Nach denen sucht die Geschäftsführung nach Auskunft Schmidts mit Hochdruck. "Wir haben neue Gesprächsfäden geknüpft, sind durchaus positiv gestimmt." Die Produktion läuft im Drei-Schicht-Betrieb weiter. Schmidt: "Wir haben uns wacker geschlagen, keinen Kunden verloren und verzeichnen sogar Auftrags-Zuwächse."

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