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Signal an Betriebs- und Personalräte

Planen die Konferenzen (von rechts): DGB-Geschäftsführer Christian Z. Schmitz, DGB-FSJler Markus Wessels, Verdi-Gewerkschaftssekretärin Antje Koch, DGB-Gewerkschaftssekretär Marcus Heintel. Foto: DGB
Planen die Konferenzen (von rechts): DGB-Geschäftsführer Christian Z. Schmitz, DGB-FSJler Markus Wessels, Verdi-Gewerkschaftssekretärin Antje Koch, DGB-Gewerkschaftssekretär Marcus Heintel. Foto: DGB
Trier. Der Deutsche Gewerkschaftsbund (DGB) stellt sich in der Region Trier breiter auf. In diesen Tagen sind in den vier Kreisverbänden und im Stadtverband Trier Verbandskonferenzen mit Wahlen. Die Gewerkschaften wollen sich noch stärker ins gesellschaftspolitische Geschehen einbringen. Heribert Waschbüsch

Trier. 25 000 Mitglieder zählen die acht Mitgliedsgewerkschaften, die unter dem Dach des Deutschen Gewerkschaftsbundes in der Region Trier organisiert sind. Und die Stimme dieser Gewerkschaftsmitglieder soll nun im gesellschaftspolitischen Geschehen in der Region mehr Stärke gewinnen. Dies ist das Ziel von DGB-Chef Christian Z. Schmitz und seinen Mitstreitern. In dieser und der nächsten Woche sind die entsprechenden Kreisverbandskonferenzen im Landkreis Bernkastel-Wittlich, im Eifelkreis Bitburg-Prüm, im Vulkaneifelkreis, im Landkreis Trier-Saarburg und in der Stadt Trier. Die Delegierten der acht Mitgliedsgewerkschaften wählen für ihre Gebiete einen DGB-Vorstand und einen Vorsitzenden. "In der Stadt Trier betreten wir damit Neuland", erklärt Christian Z. Schmitz. Bisher hat der DGB-Geschäftsführer diese Fahnen mithochgehalten. "Es macht aber Sinn, dass wir in den Kreisen und in der Stadt Trier eigene Vorsitzende haben", erklärt der DGB-Frontmann. "Wir wollen damit mehr Farbe in der Fläche zeigen", sagt Schmitz. Es sei wichtig, sich auch in den Regionen in die gesellschaftsrelevanten Diskussionen einzumischen. "Wir wollen stärker als gesellschaftlicher Akteur auftreten", ist die Hoffnung des DGB. Doch für die Gewerkschaft ist die Aufstellung auch intern von großer Wichtigkeit: "Dieser kommunalpolitische Akzent ist auch ein Signal an die Betriebs- und Personalräte, dass wir vor Ort für sie da sind und sie sich miteinbringen können", so Schmitz.
Bei den Wahlen gilt das Wohnortprinzip. In den einzelnen Bereichen ist die Verteilung der Mitglieder recht unterschiedlich. Von den 25 000 gewerkschaftlich organisierten Arbeitnehmern in der Region wohnen knapp 5000 in der Stadt Trier, knapp 3000 im Vulkaneifelkreis, fast 4000 im Eifelkreis Bitburg-Prüm, 5500 in Bernkastel-Wittlich und über 8000 im Landkreis Trier-Saarburg. Insgesamt ist Christian Z. Schmitz mit der Mitgliederentwicklung zufrieden. "Wir haben in der Region einen leichten Anstieg der Mitglieder, viele jüngere bis 30", sagt Schmitz.Extra

Der Deutsche Gewerkschaftsbund (DGB) ist die größte Dachorganisation von Einzelgewerkschaften. Ihm gehören acht Mitgliedsgewerkschaften mit über sechs Millionen Gewerkschaftern an. Die größte ist die IG Metall, sie stellt gut ein Drittel der DGB-Mitglieder. Die Mitgliedsgewerkschaften decken alle Branchen und Wirtschaftsbereiche ab. Der DGB versteht sich als Stimme der Gewerkschaften und Arbeitnehmer gegenüber politischen Entscheidungsträgern und Verbänden und als Koordinationsstelle. Sitz des Vorstands ist in Berlin. Der DGB wurde am 12. Oktober 1949 in München gegründet - mit damals 16 Mitgliedsgewerkschaften. Doch infolge mehrerer Fusionen sank die Zahl der Einzelgewerkschaften. Nachdem die Mitgliederzahlen nach der Wiedervereinigung 1990 von fast acht Millionen sprunghaft auf über 11,8 Millionen gestiegen waren, ist seit 1991 ein Abwärtstrend zu beobachten. Die Region Trier gehört über das Land Rheinland-Pfalz zum Bezirk West. Insgesamt gibt es neun Bezirke und 66 Regionen. DGB-Vorsitzender ist seit 2002 Michael Sommer. Er ist wie alle Vorsitzenden zuvor Mitglied der SPD. red/sas