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Sinkende Preise, steigende Kauflaune - Regionaler Handel rechnet mit besseren Umsätzen

Sinkende Preise, steigende Kauflaune - Regionaler Handel rechnet mit besseren Umsätzen

Die Verbraucher zeigen sich kauffreudig wie lange nicht mehr. Und davon hoffen auch die regionalen Unternehmen und der Einzelhandel zu profitieren. Doch noch ist die Wirtschaft in der Region zurückhaltend optimistisch.

Der Lebensunterhalt ist so günstig wie schon lange nicht mehr. Heizöl war Ende vergangenen Jahrs um fast ein Viertel billiger als noch 2013, der Spritpreis liegt zwölf Prozent unter dem des Vorjahrs. Auch Nahrungsmittel wie Milch, Butter oder Kartoffeln sind billiger geworden. Um gerade mal 0,2 Prozent sind die Preise in Rheinland-Pfalz im vergangenen Jahr gestiegen.

Die Verbraucher haben durchschnittlich also wieder mehr Geld im Geldbeutel. Geld, das sie ausgeben wollen. Das Konsumklima in Deutschland sei so gut wie seit 2001 nicht mehr, heißt es bei der Gesellschaft für Konsumforschung (GfK). Viele private Haushalte hätten die Bereitschaft, größere Anschaffungen zu tätigen. Die GfK beruft sich auf repräsentative bundesweite Umfragen.

Der regionale Einzelhandel zeigt sich zunächst verhalten optimistisch. Noch sei der Kaufrausch der Verbraucher nicht in den hiesigen Fußgängerzonen und Geschäften angekommen, sagt Georg Kern, Präsident des Einzelhandelsverbands der Region. Der Januar sei ohnehin eher ein ruhiger Monat im Handel. Kern, der auch Präsident des Landesverbands des Einzelhandels ist, hofft, dass die Kunden das zusätzliche Geld, das sie wegen der niedrigeren Energiekosten in der Tasche haben, in den nächsten Wochen ausgeben. Eine erste gute Möglichkeit sei der am kommenden Montag beginnende Winterschlussverkauf. Eine Prognose, wie sich das Jahr für den regionalen Einzelhandel gestalten wird, wagt der 65-Jährige nicht. Kern hofft, dass es besser wird als das "durchwachsene" vergangene Jahr.

Eher zurückhaltend sind auch die Erwartungen der regionalen Unternehmer. Der Kursverfall des Euro und niedrige Energiepreise könnten den Export und den Konsum zwar ankurbeln, doch wirke sich etwa der seit Januar geltende Mindestlohn "konjunkturdämpfend" aus, sagt Sabine Plate-Betz, Geschäftsführerin der Vereinigung Trierer Unternehmer (VTU), dem Volksfreund-Wirtschaftsmagazin Macher. Auch die Handwerker hoffen vom guten Konsumklima zu profitieren. Matthias Schwalbach von der Handwerkskammer Trier: "Wenn der Kunde aufgrund der niedrigen Ölpreise spart, kann er auch mehr investieren." Etwa in Handwerksleistungen.

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