Sinnlichkeit als globales Erfolgsrezept

Sinnlichkeit als globales Erfolgsrezept

Miranda Konstantinidou ist mit ihren Schmuckkollektionen namens Konplott ein waschechter Global Player. Die Modedesign-Absolventin der Uni Trier beschäftigt heute mehr als 1200 Frauen.

Trier. Das Wetter geizte sehr mit Wärmereizen, als Miranda Konstantinidou das 25-jährige Bestehen ihrer Firma im und um das Schloss Monaise feierte. Für die gebürtige Griechin und mittlerweile im philippinischen Cebu lebende Schmuckdesignerin allerdings nur ein klimatischer Schock. Die Geschichte ihres 1986 in Trier gestarteten Unternehmens fällt eher unter die Rubrik "Sonnenseite" der Wirtschaft. Heute beschäftigt Konplott, wie ihr Modeschmucklabel heißt, mehr als 1200 überwiegend weibliche Angestellte, rund 800 von ihnen in einer Manufaktur in Cebu. "Da ich vor Ort lebe, jedes einzelne Schmuckteil selbst entwerfe und mit den anderen eng zusammenarbeite, kann ich für hohe soziale und ökologische Standards einstehen", beschreibt sie die Rahmenbedingungen. "Es ist zudem keine industrielle Fertigung, sondern eine rein handwerkliche. Die Mitarbeiterinnen werden von uns selbst in den entsprechenden Techniken geschult."
Rund 1000 verschiedene Designs entstehen pro Jahr, entweder nach Skizzen oder inspiriert durch Farben, Materialien oder auch Personen. "Wichtig sind die Offenheit für sinnliche Eindrücke und das Ausprobieren. Irgendwelche ökonomischen oder marketinggemäßen Erwägungen stehen nie am Anfang", schildert Miranda Konstantinidou ihr Erfolgsrezept. Die Empfehlung einer Bekannten führte sie auf die Philippinen und nicht der Aspekt, dort womöglich billiger produzieren zu können. "In Trier fand ich nicht mehr als 60 geeignete Mitarbeiterinnen, dann war Schluss. Damit konnte ich der Nachfrage nicht mehr gerecht werden." An der Mosel ist die Leitung des Bereichs Einzelhandel geblieben, im luxemburgischen Rosport ist der Vertrieb gebündelt. Weltweit gibt es mehr als 900 Einzelhändler, die den meist farbenprächtigen Modeschmuck führen, und 80 Konplott-Stores im Franchise-System. Das wird weiter ausgebaut, jährlich eröffnen bis zu zehn neue Läden, unter anderem in Russland und China. Auch in der Region Trier ist der Schmuck erhältlich, zweimal allein in Trier. Längst wurde der fantasievolle Stil von Miranda Konstantinidou von den großen Modehäusern und -zeitschriften entdeckt, Popstars und Fernsehmoderatorinnen tragen ihren Schmuck. Doch ihre Philosophie ist bodenständig geblieben. "Ich will Schmuck für jede Frau und jeden Anlass machen." Echte Edelsteine und Edelmetalle verarbeitet sie dafür nicht, vielmehr bevorzugt sie einen bunten Materialmix vom Swarovski-Kristall bis zur Vogelfeder: "Ich suche die Materialien auf der ganzen Welt. Manchmal verwende ich Schmucksteine aus den 1950er oder -60er Jahren", nennt sie ein Beispiel. Angst, dass ihre ungewöhnliche Inspirationsfreude versiegen könnte, kennt sie nicht: "Das sprudelt einfach aus mir heraus", sagt sie lächelnd. Neue Ideen hat sie längst - nicht nur für die kommenden Schmuckkollektionen, sondern auch für Tücher und andere Accessoires. "Damit finde ich wieder eine Verbindung zu meinen Ursprüngen im Modedesign." Denn einst hatte sie geplant, die Selbstständigkeit mit Textilkreationen und Schmuck zugleich zu starten. Da ihr Geschäftspartner für Stoffe ausfiel, blieb allein das Standbein, das ihr den globalen Erfolg bescherte. "Es wächst alles aus den Beziehungen von Menschen", resümiert Konstantinidou, wie ihre Manufaktur entstanden ist und weiter expandieren soll. Miranda Konstantinidou, geboren in Thessaloniki (Griechenland), wuchs in Deutschland auf. Sie studierte in Bologna (Italien) und Trier. Die Diplom-Modegrafikerin und Diplom-Modedesignerin lebt und arbeitet heute die meiste Zeit auf Cebu (Philippinen) und in Luxemburg. 1986 gründete die Designerin ihre eigene Firma und die Marke Konplott. Für ihre Kreationen ("kompromisslose Accessoire-Kollektion, trendsetzend") wurde sie 1991 als erste Nicht-Französin mit dem französischen Modeschmuckpreis in Paris ausgezeichnet. Mit Konplott/Miranda Konstantinidou hat sie seitdem unzählige Trends im internationalen Modeschmuck-Geschäft gesetzt und als weltweit einzige Einzeldesignerin eine Modeschmuckmarke über zwei Jahrzehnte geprägt. Im Januar 2006, im 20. Jahr seit der Gründung ihrer Marke, ehrte sie die französische Modepresse mit dem "Etoile", einem besonders begehrten Preis, für die beste Gesamtkollektion. red

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