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So können Eltern ihren Kindern bei der Berufswahl helfen

Ausbildungsmarkt : „Eltern als Berufswahlbegleiter“

In der Region Trier gibt es rund 300 unterschiedliche Ausbildungsberufe. Doch wie den richtigen Beruf in Corona-Zeiten finden?

Für viele Jugendliche stellt sich derzeit die Frage, wie es mit Schule, Ausbildung oder Studium weitergeht. Die Eltern spielen bei diesem Prozess oft eine ganz wichtige Rolle. In der Corona-Krise ist aber eine Entscheidungsfindung für alle recht schwierig.

Die gemeinsame Aktion „Ausbildung jetzt!“ von Industrie- und Handelskammer (IHK), Handwerkskammer (HWK), Arbeitsagentur und Trierischem Volksfreund will in dieser Phase helfen. Mit Online-Veranstaltungen und einer Artikelreihe werden junge Menschen und ihre Familien bei der Suche unterstützt. 

Schon am Donnerstag, 19. November, von 18 bis 19.30 Uhr, gibt es für Eltern beim digitalen Workshop „Eltern als Berufswahlbegleiter“, die Gelegenheit, sich zu informieren.

Ullrich Schneider, IHK-Geschäftsführer Ausbildung, wirbt für diese Aktion: „Gerade Eltern sollten wissen, dass ihre Kinder im dualen System sehr gut aufgehoben sind. Je nach Interessen und Stärken des Kindes, passt einer der über 300 dualen Ausbildungsberufe. Wenn Sie als Elternteil bei der Vielfalt der Möglichkeiten dann den Überblick behalten, können Sie Ihr Kind am besten unterstützen.“ Die Ausbildung könnte erst der erste Schritt sein, berufsbegleitend bietet das duale Ausbildungssystem hervorragende Fortbildungsmöglichkeiten.

Auch Isabell Juchem, Agentur für Arbeit Trier, motiviert die Erziehungsberechtigten, sich aktiv einzubringen: „Eltern sind wichtige Berufswahlbegleiter für ihre Kinder. Das gilt insbesondere auch in der unsicheren Zeit von Corona.“ Eltern sollten gerade jetzt ihren Kindern Sicherheit und Zuversicht geben und sie ermutigen, aktiv den Weg in ihre berufliche Zukunft zu finden.“

Die Berufsberatung der Agentur für Arbeit Trier begleite Eltern und ihre Kinder gemeinsam bei der Berufswahl. Isabell Juchem ermuntert: „Wir können auch während der Corona-Pandemie gemeinsame Beratungstermine mit Eltern und Kindern anbieten und stehen Müttern und Vätern in allen Fragen rund um die berufliche Orientierung ihrer Kinder zur Seite.“

Kerstin Laßotta, Teamleiterin Berufsberatung der Agentur für Arbeit Trier, weist auf das Programm der Agentur hin: „Die Arbeitsagentur stellt neben der persönlichen Beratung auch im Internet speziell für Eltern Informationen zur Berufswahl der Kinder zur Verfügung. So bietet das Portal https://planet-beruf.de/eltern/ einen eigenen Bereich nur für Eltern an, mit einem Fahrplan zum Beruf, Tipps, wie Eltern Kinder am besten unterstützen, und einer Übersicht über Angebote in der eigenen Region.“ Eltern könnten über folgende Wege Kontakt zur Berufsberatung aufnehmen: Trier.Berufsberatung@arbeitsagentur.de oder telefonisch unter 0651/ 2051111.

Das Handwerk in der Region Trier ist bisher mit einigen Ausnahmen recht glimpflich durch die Corona-Krise gekommen. Was für viele Betriebe aber weiterhin ein Problem ist, dass es weitaus mehr Ausbildungsangebote gibt als Bewerber, die sich für einen Handwerksberuf entscheiden. Rund 500 Lehrstellen sind noch in diesem Jahr zu besetzen – für das kommende Jahr sind schon fast 500 Ausbildungsplätze von den Handwerksbetrieben eingestellt.

Karl-Ludwig Centner, HWK-Geschäftsführer, wirbt bei Eltern und Jugendlichen, sich im Handwerk umzusehen: „Nach wie vor ist ein Praktikum der beste Weg herauszufinden, ob ein Ausbildungsberuf zu einem Bewerber passt oder nicht. Eltern sollten ihre Kinder motivieren, so viele Praktika wie möglich zu machen, vor allem auch in den Ferien.“ Die Chance, in einen Beruf hineinzuschnuppern, ist in vielen Handwerksberufen – mit Ausnahme bei Friseuren und der Kosmetikbranche – recht gut. Und Centner berichtet auch von interessierten Unternehmen: „Die meisten Handwerksbetriebe haben ihre Ausbildungsbereitschaft auch in der Corona-Krise aufrechterhalten und bieten nach wie vor auch Praktika an. Eltern und Jugendliche können sich bei der Handwerkskammer Trier beraten lassen, wie sie den passendenden Betrieb für ein Praktikum oder eine Ausbildungsstelle finden.

Die Corona-Krise hat die Berufsorientierung für Jugendliche erschwert. Doch auch jetzt gibt es viele Angebote, um sich zu informieren. Dabei sind auch die Eltern gefragt, denn sie sind für ihre Kinder wichtige Berufsberater.  Foto: dpa-tmn/Hendrik Schmidt

„Der Einstieg in die Lehre ist auch jetzt noch möglich“, erklärt Petra Kollmann von der Handwerkskammer, die als Kontaktperson der Kammer für Jugendliche und Eltern Ansprechpartner in ist (Telefon: 0651/207232 oder E-Mail: pkollmann@hwk-Trier.de).