So urlauben die Menschen aus der Region

So urlauben die Menschen aus der Region

Den Deutschen eilt ein Ruf als Reiseweltmeister voraus. Gilt das auch für die Menschen zwischen Eifel und Hunsrück? Der Trierische Volksfreund hat sich bei regionalen Reiseveranstaltern umgehört, wie die Geschäfte laufen und ob das Reisen teurer wird.

Trier. Während die großen Reisekonzerne wie Tui durchweg von einer guten Konjunkturlage, aber auch von zu erwartenden Preissteigerungen sprechen, ziehen regionale Reiseveranstalter eine durchmischte Bilanz.
"Das Jahr 2011 wird sicherlich nicht zu den erfolgreichsten Jahren der Reisebranche zählen, aber wenn man richtig aufgestellt ist und kundenorientiert arbeitet, kann man auch in diesem Jahr den Umsatz steigern", lautet das Fazit von Andreas Macherey, Geschäftsführer der Trierer Boomerang Reisen. Zehn Prozent Umsatzsteigerungen habe es in seinem Unternehmen bei den Reisezielen Neuseeland und Südsee bereits in der ersten Jahreshälfte gegeben.
Das südliche Afrika boome derzeit, und die Steigerungen seien "gigantisch".
Vietnam etabliert sich



"Die Preise bleiben mehr oder weniger stabil", sagt Macherey. Dass Neuseeland und Australien beliebte Urlaubsziele sind, bestätigt auch Ulrich Fichtenberg, Geschäftsführer des Trierer Reiseveranstalters Nix wie weg.
Neu etabliert habe sich Vietnam, stark angezogen habe die Nachfrage für die USA. Die Kerosinpreiserhöhungen und das verknappte Angebot durch weggebrochene Urlaubsziele in Nordafrika würden Preissteigerungen um fünf Prozent mit sich bringen, prognostiziert Fichtenberg.
Von einer "guten bis sehr guten Entwicklung" spricht Jörg Scharff, Geschäftsführer des gleichnamigen Reiseveranstalters in Bitburg und Speicher. Der verregnete Juli habe den "letzten Kick" im ohnehin gut gebuchten Jahr gebracht. Stark nachgefragt seien in seinem Unternehmen die Kleingruppen- oder Städtereisen, etwa nach Madrid oder Istanbul.
Großes Interesse bestehe für das südliche Afrika. "Wenn nicht noch einmal so eine wahnwitzige Steuer wie die Flughafensteuer kommt", sieht er nur minimale Preissteigerungen für die Zukunft. Er bestätigt, dass bestimmte Urlaubergruppen sehr kurzfristig ihre Reise buchen.
Ein Trend, der Geschäftsführer Markus Reitz des gleichnamigen Landscheider Busreiseveranstalters die nötigen Planungen mit Vertragspartnern erschwert. Trotz anderer Urlaubsangebote seien bei ihm Deutschland und insbesondere Ost- und Nordsee gefragt.
Von "teilweise guten Geschäften" und beliebten Städtereisen berichtet Christine Schmieder, Geschäftsführerin der Bickel Touristik, Trierweiler. Preissteigerungen werde es in Anbetracht überall gestiegener Kosten "mit Sicherheit" geben.
Ein relativ schwaches Jahr im Vergleich zu 2010 bilanziert Kerstin König, Geschäftsführerin des kirchlichen Reiseveranstalters Arche Noah in Trier. Gegenüber vielen Nachfragen bereits für 2012 sei das Interesse in diesem Jahr deutlich geringer ausgefallen, was teilweise mit den Unruhen im Nahen Osten erklärbar sei. Der Rückgang sei auf einer Messe des Internationalen Bustouristikverbands RDA in Köln auch von anderen Mitbewerbern für dieses Jahr allgemein bestätigt worden.

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