Sommerflaute auf dem regionalen Arbeitsmarkt

Sommerflaute auf dem regionalen Arbeitsmarkt

Das in den vergangenen Wochen trübe Sommerwetter schlägt auch dem Arbeitsmarkt aufs Gemüt: Das teilt die Arbeitsagentur Trier mit. Nach den neuesten Zahlen klettert die Arbeitslosigkeit auf eine Quote von 4,2 Prozent. Demnach suchen 11 661 Menschen - 469 mehr als im Juli, aber 17 weniger als ein Jahr zuvor - derzeit in der Region Trier einen Job.

Trier. Eine leichte Zunahme der Arbeitslosigkeit, die aber "absolut saisonüblich" sei, registriert für den Monat August Heribert Wilhelmi, Leiter der Agentur für Arbeit Trier.
"Ungewöhnlich ist nur, dass wir es in diesem Jahr mit einer verzögerten Entwicklung zu tun haben", so Wilhemi. "Denn während in den letzten Jahren die Sommerarbeitslosigkeit bereits im Juli voll zuschlug und sich im August schon wieder eine Entspannung ankündigte, verschiebt sich die Sommerflaute in diesem Jahr bis weit in den August hinein und sorgt aktuell für einen erneuten Anstieg." Schuld daran seien die späten Sommerferien und die Ausbildungsabsolventen, die sich nach Abschluss der Prüfung arbeitslos melden.
469 Menschen mehr als einen Monat zuvor sind nach den jüngsten Zahlen der Arbeitsagentur derzeit arbeitslos, darunter 271 junge Erwachsene unter 25 Jahren, die nach der Ausbildung den Weg zur Arbeitsagentur finden.
Doch Wilhelmi zieht aus den aktuellen Arbeitsmarktzahlen auch positive Schlüsse: "Insgesamt fällt der saisonbedingte Anstieg der Arbeitslosigkeit in diesem Jahr niedriger aus als in den vergangenen Jahren." Denn während im vergangenen Jahr die Arbeitslosigkeit im Juli und August um 1092 Betroffene und 0,4 Prozentpunkte anstieg, so wächst sie in diesem Jahr um lediglich 683 Personen und 0,3 Prozentpunkte. Damit bleibt die Zahl der arbeitslosen Menschen insgesamt sogar leicht unter dem Niveau des Vorjahres. Wilhelmi: "Das spricht für eine stabile regionale Wirtschaft und Unternehmen, die erkennen, dass es in Zeiten des wachsenden Fachkräftebedarfs wichtig ist, Auszubildende zu übernehmen und Mitarbeiter zu halten."
Eine ähnliche Tendenz zeigt sich auch bei den Ausbildungsabsolventen. Seit Juni haben sich 609 junge Männer und Frauen nach einer Lehre arbeitslos gemeldet. Im letzten Jahr waren es 634, also vier Prozent mehr. Auf der einen Seite freut den Chef der Trierer Arbeitsagentur dieser positive Trend. Auf der anderen Seite sind die Zahlen für ihn dennoch kein Grund zum Durchatmen: "Jeder Jugendliche, der nach der Lehre arbeitslos wird, ist grundsätzlich einer zu viel. Ein fließender Übergang zwischen der Ausbildung und dem ersten richtigen Job ist für den weiteren Werdegang sehr wichtig. Deshalb arbeiten meine Mitarbeiter intensiv daran, für die Ausbildungsabsolventen möglichst schnell eine passende Stelle zu finden. Sie beraten zu Berufsperspektiven, helfen beim Bewerbungsmanagement und stehen in engem Kontakt mit regionalen Firmen, um den jungen Leuten dort einen Arbeitsplatz zu vermitteln."
Unbesetzte Ausbildungsstellen



Viele Firmen in der Region Trier sind momentan noch nicht in der Lage, einen neuen Auszubildenden in ihrem Unternehmen aufzunehmen. Denn sie suchen immer noch nach dem passenden Kandidaten. 765 Ausbildungsstellen in der Region Trier sind noch unbesetzt. Das sind zwar gut 300 weniger als vor einem Monat aber dennoch 183 mehr als vor einem Jahr zum gleichen Zeitpunkt. Gleichzeitig suchen auch noch 487 Jugendliche nach einer Lehrstelle. red

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