Sommerpause hat Arbeitsmarkt im Griff

Sommerpause hat Arbeitsmarkt im Griff

Der August hat dem regionalen Arbeitsmarkt keinen Aufschwung beschert. Im Gegenteil, die Zahl der Arbeitslosen ist um fast 250 auf 11 678 Frauen und Männer angestiegen. "Ganz ungewöhnlich für einen August", wie Agenturchef Heribert Wilhelmi feststellt.

Trier. Die Arbeitslosenquote in der Region Trier liegt auch in diesem Monat noch auf einem niedrigen Niveau. 4,2 Prozent, das ist lediglich 0,1 Prozentpunkt höher als noch vor einem Monat. Doch, dass die Arbeitslosigkeit vom Juli zum August ansteigt, ist ungewöhnlich. Der Chef der Arbeitsagentur Trier, Heribert Wilhelmi, hat aber eine Erklärung: "Die Arbeitsmarktstatistik wird in jedem Monat zu einem bestimmten Stichtag erhoben. Anders als in den vergangenen Jahren lag das Ferienende in diesem August nach dem statistischen Zähltag. Jugendliche, die nach den Schulferien in die Lehre starten und Angestellte, deren Arbeitsvertrag nach der Sommerpause beginnt, werden sich erst in der Septemberstatistik positiv niederschlagen."
Trotz dieser rein rechnerischen Auswirkung auf den Arbeitsmarkt beobachtet der Behördenleiter die aktuelle Entwicklung aufmerksam: "Wir hatten für den August schon mit einer zarten saisonbedingten Belebung gerechnet. Ich gehe auch davon aus, dass diese im September noch einsetzt. Sie könnte jedoch diesmal, wie bereits im Frühjahr, konjunkturbedingt etwas schwächer ausfallen als in den vergangenen Jahren."
Doch so ganz wollen die Experten nicht zum Alltagsgeschäft übergehen. Denn die Zahlen belegen auch, dass es in diesem Jahr dem regionalen Arbeitsmarkt an Dynamik fehlt: In den letzten Monaten ist die Einstellungsbereitschaft der Betriebe gesunken. Seit Januar wurden dem gemeinsamen Arbeitgeberservice der Agentur für Arbeit und der Jobcenter 7273 Stellen gemeldet. Das sind gut zehn Prozent weniger als 2012.
Auch in Rheinland-Pfalz leidet der Arbeitsmarkt unter der Sommerflaute. Nach Angaben der Regionaldirektion waren im August insgesamt 118 500 Frauen und Männer arbeitslos, rund 500 oder 0,5 Prozent mehr als im Vormonat. In den meisten Jahren zuvor war die Arbeitslosigkeit im August rückläufig.
Nach Einschätzung der Chefin der Regionaldirektion Rheinland-Pfalz-Saarland, Heidrun Schulz, führte die konjunkturelle Entwicklung bislang zu keinem großen Personalabbau, dennoch sei die Nachfrage der Unternehmen nach Arbeitskräften merklich schwächer geworden.
Für Dietmar Muscheid, Landesvorsitzender des DGB in Rheinland-Pfalz, ein Grund zur Sorge: Nach aktuellen Zahlen der Bundesagentur für Arbeit schafften im August nur knapp 9500 Arbeitslose in Rheinland-Pfalz den Übergang in die Erwerbstätigkeit - 800 weniger als vor einem Jahr.
"Arbeitslosigkeit ist für viele Menschen ein schwerer Schicksalsschlag, und je länger die Arbeitslosigkeit dauert und je geringer die Perspektiven auf einen Wiedereinstieg sind, desto belastender wird die Situation für die Betroffenen", so DGB-Chef Dietmar Muscheid.

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