Späte Ferien, lahmer Arbeitsmarkt

Späte Ferien, lahmer Arbeitsmarkt

Im August haben die Ferienwochen ihre Wirkung auf dem Arbeitsmarkt hinterlassen. Die Arbeitsagentur Trier spricht von einer "leichten Sommerflaute". Insgesamt sind 11 338 Menschen auf Jobsuche, die Arbeitslosenquote ist auf vier Prozent gestiegen.

Trier. Die Entwicklung am Arbeitsmarkt im August lässt bei den Verantwortlichen in der Region keinen Stress aufkommen. Urlaubszeiten verzögern Einstellungsverfahren bei den Unternehmen. Ausbildungsabsolventen sind weiterhin auf Jobsuche. Der Chef der Arbeitsagentur Trier, Heribert Wilhelmi, ist zuversichtlich, dass sich die Lage bald wieder bessert. "Viele Arbeitgeber suchen Fachkräfte. Die jungen Menschen sind deshalb gefragtes Personal."
Nach Erkenntnis der Agentur verbergen sich hinter den Arbeitslosen, die sich in den vergangenen Wochen suchend gemeldet haben, neben den Ausbildungsabsolventen vor allem auch Menschen, deren befristeter Arbeitsvertrag zum Halbjahr ausgelaufen ist. "Die Chancen, einen neuen Job zu finden, stehen gut", sagt Heribert Wilhelmi: "Denn der Stellenmarkt befindet sich mit fast 4900 Jobs auf Rekordniveau." Das sind genau 1029 mehr als noch vor einem Jahr. Besonders gute Aussichten einen Job zu finden, haben Arbeitslose in der Zeitarbeit mit 1500 Angeboten. In dieser Branche ist die Fluktuation sehr hoch. Weitere Bereiche mit hoher Kräftenachfrage sind das verarbeitende Gewerbe (495), das Gastgewerbe (450), der öffentliche Dienst (415), der Handel (406) sowie das Gesundheits- und Sozialwesen mit 336 Offerten. Von einem "robusten Arbeitsmarkt" spricht auch die Chefin der Regionaldirektion Rheinland-Pfalz-Saarland, Heidrun Schulz. Im Land sind im August 112 900 Menschen arbeitslos, die Arbeitslosenquote stieg um 0,2 Prozentpunkte auf 5,2 Prozent. Indes steigt seit Monaten die Zahl der Beschäftigten. Im Juni, das ist der aktuellste Datenstand, gab es 1 362 600 sozialversicherungspflichtige Beschäftigte. Das sind rund 17 200 oder 1,3 Prozent mehr als vor einem Jahr.Extra

In der Stadt Trier steigt die Arbeitslosigkeit im Vergleich zum Juli und im Vergleich zum Vorjahr. 3372 Triererinnen und Trierer sind aktuell auf Jobsuche. Die Arbeitslosenquote beträgt 5,9 Prozent. Am stärksten betroffen vom kurzfristigen sommerlichen Anstieg der Arbeitslosigkeit sind die jungen Erwachsenen bis 24 Jahre. Die Jugendarbeitslosigkeit in der Stadt Trier ist in den letzten vier Wochen von 4,9 auf 5,3 Prozent gestiegen. Blickt man jedoch auf den längerfristigen Trend, zeigt sich, dass insbesondere die in Trier lebenden Ausländer vom Anstieg der Arbeitslosigkeit betroffen sind. Deren Arbeitslosenquote beträgt momentan 14,5 Prozent, im Vergleich zum Vormonat ist sie um 0,7 Prozentpunkte gestiegen, im Vergleich zum Vorjahr um 3,9 Prozentpunkte. Die Flüchtlingszuwanderung schlägt sich somit deutlich in der Arbeitslosenstatistik nieder. hw