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Sparpläne: Einfach, aber sicher

Sparpläne: Einfach, aber sicher

Sparpläne von Banken und Sparkassen gelten nicht gerade als besonders profitable Finanzprodukte. Doch in der Krise ist diese solide Geldanlage wieder gefragt.

Frankfurt. Zugegeben: Der Name Banksparplan klingt nicht nach großem Geld. Eher denkt man an verschlafene Dorfsparkassen, in denen verstaubte Gummipalmen vor sich hin darben. Doch in der Finanzkrise besinnt sich so mancher Anleger auf das Wesentliche zurück - und greift wieder zum guten alten Sparplan einer Bank oder Sparkasse. "Die Zinssätze sind zwar nicht gerade überragend", sagt der Finanzexperte Thomas Hentschel von der Verbraucherzentrale Nordrhein-Westfalen in Düsseldorf.
"Doch darum geht es den Kunden gar nicht, die sich für einen Banksparplan entscheiden." Wer sein Geld in einem Banksparplan anlegt, setzt auf Sicherheit. Und auf ein Finanzprodukt, bei dem man versteht, was man kauft, sagt Hentschel.
Das Prinzip ist denkbar einfach: Über einen bestimmten Zeitraum hinweg zahlen Anleger in bestimmten Abständen einen vereinbarten Betrag ein, den die Bank verzinst. Am Ende der Laufzeit, die je nach Verwendungszweck zwischen wenigen Jahren und einem Vierteljahrhundert liegen kann, gibt es garantiert den vollen Betrag zurück. Dazu kommen die Zinsen.
Grundsätzlich werden die Zinsen jedes Jahr auf dem Sparplan gutgeschrieben, so dass durch den Zinseszinseffekt nach einigen Jahren trotz relativ magerer Renditen einiges zusammenkommen kann. Durch zusätzliche Bonuszahlungen versuchen die Banken, den Kunden ihre Sparpläne schmackhaft zu machen.
Die Versprechen der Banken klingen oft besser als sie sind. Hier rät Finanzexperte Hentschel jedoch zur Vorsicht, denn die Bonusversprechen der Banken beziehen sich auf unterschiedliche Grundlagen.
Bonuszahlungen auf Zinsen


Viele Banken zahlen einen Bonus auf die Zinsleistung - und locken mit hohen Prozenten. Umso größer ist die Enttäuschung der Anleger, wenn ihnen am Jahresende nur einige Euro gutgeschrieben werden. Beispielsweise klingt ein Zinsbonus von 30 Prozent bei einer Grundverzinsung von einem Prozent zunächst gut.
Wer 1000 Euro in einem solchen Sparplan angelegt hat, erhält am Ende des Jahres zu seinen zehn Euro Zinsen aber lediglich einen Bonus von drei Euro.
Bei anderen Sparplänen bezieht sich der Bonus nicht auf die Zinsleistungen, sondern auf die jährliche Sparleistung. "Da hilft nur nachrechnen, was sich eher lohnt", sagt Hentschel.
Banksparpläne gibt es mit festem oder variablem Zinssatz. Der feste Zinssatz kann konstant auf einem bestimmten Niveau bleiben oder jährlich nach einem vorher festgelegten Muster gesteigert werden. "Festverzinsliche Sparpläne haben den Vorteil, dass man schon am Anfang weiß, was am Ende rauskommt", sagt der unabhängige Finanzberater Ralf Nomrosky. In der derzeitigen Niedrigzinsphase seien die Renditen jedoch ziemlich mager. Nomrosky rät deshalb derzeit eher zu Sparplänen mit variabler Verzinsung. Bei ihnen passt die Bank die Zinsen an einen bestimmten Referenzkurs an.
"Man muss genau hinschauen, auf welche Basis sich der Zinskurs bezieht", sagt Nomrosky. Häufig dient die sogenannte Umlaufrendite festverzinslicher Wertpapiere als Grundlage. Der Abschlag auf die Umlaufrendite sollte dabei 0,5 bis 0,8 Prozent nicht übersteigen. Steigt die Rendite um ein halbes Prozent, müssen die Banksparpläne entsprechend nachziehen.
"In der Vergangenheit ließen sich die Banken mit der Anpassung gerne Zeit, wenn die Zinsen stiegen", sagt Verbraucherschützer Hentschel. Zinssenkungen wurden dagegen prompt an die Kunden weitergegeben. Das bescherte den Banken zusätzlichen Gewinn.
Nicht nur Verbraucherschützer liefen dagegen Sturm. Verbraucher sollten darauf achten, welcher Zins als Basis gilt. Selbst der Bundesgerichtshof beschäftigte sich bereits mit der Frage, an welche Bezugsgröße die Banken die Zinsen koppeln sollen.
Was ein fairer Referenzzins ist, das konnten jedoch auch die Karlsruher Richter nicht abschließend klären. Deshalb sollten Anleger darauf achten, welcher Referenzzins herangezogen wird, sagt Verbraucherschützer Hentschel. Unterschiede gibt es auch bei der Kündigung der Banksparpläne: Zwar kann man die Zahlungen oft problemlos aussetzen. Wer jedoch vorzeitig wieder an sein Geld möchte, steht vor einem Problem.
Auf Kündigungsfrist achten


Der Finanzexperte empfiehlt, angesichts der aktuellen Situation an den Finanzmärkten auf knappe Kündigungsfristen zu achten. "Spätestens nach neun Monaten sollte man wieder rauskönnen." Nur so könne man einigermaßen flexibel auf Veränderungen reagieren und das Geld in anderen Anlagen investieren, wenn etwa die Zinsen steigen sollten. Dann können die Bonuszahlungen der Banken jedoch verfallen.
Für manche Anleger ist es ein Problem, überhaupt einen Banksparplan zu finden. Viele Volksbanken und Sparkassen bedienen nur die lokale Kundschaft. "Und gerade namhafte Großbanken haben häufig gar keine Sparpläne im Angebot", sagt Nomrosky.
Die Institute vertrieben lieber die Produkte ihrer Fondssparten. "Die locken zwar mit höheren Renditen, aber wenn man erst mal alle Gebühren abzieht, bleibt am Ende häufig auch nicht mehr als bei einem guten Sparplan", sagt der Finanzberater.
Der Autor Michael Brächer arbeitet als Experte für die Wirtschaftszeitung Handelsblatt.