Sprudeldurst lässt die Kassen klingeln

Trier · Trotz des schlechten Wetters in den Frühjahrs- und Sommermonaten Juni und Juli hat der Gerolsteiner Brunnen seinen Umsatz und Absatz steigern können. Zu verdanken ist das vor allem der Gastronomie und dem Mineralwasserverkauf ins Ausland.

 Das Eifeler Mineralwasser-Unternehmen will zukünftig vor allem in der Gastronomie punkten. TV-Foto: Klaus Kimmling

Das Eifeler Mineralwasser-Unternehmen will zukünftig vor allem in der Gastronomie punkten. TV-Foto: Klaus Kimmling

Trier. Der Gerolsteiner Brunnen (Vulkaneifelkreis) kann in den ersten sieben Monaten des Jahres seine Erfolgsgeschichte fortschreiben. Gerolsteiner bleibt die meistverkaufte Mineralwassermarke Deutschland: In den ersten sieben Monaten 2012 nahm der Gesamtabsatz um 1,3 Prozent auf gut 3,6 Millionen Hektoliter zu. Der sogenannte Gesamt-Nettowarenumsatz stieg um 3,2 Prozent auf nun 124 Millionen Euro. Im Vorjahreszeitraum waren 120 Millionen Euro umgesetzt worden.
Gastronomie entwickelt sich gut


Grund: Vor allem in der Gastronomie lag der Verkauf über dem Vorjahresniveau. "Die verregneten Monate Juni und Juli haben uns zwar zurückgeworfen, aber uns keinen Strich durch die Rechnung gemacht", sagt Axel Dahm, Vorsitzender der Geschäftsführung des Gerolsteiner Brunnens. Seit Jahren gebe es in der Gastronomie eine "sehr gute Entwicklung", sagt Dahm. "Wir gehen davon aus, dass gerade in dieser Branche noch mehr Wert auf Qualität und entsprechende Produkte gelegt wird."
In der Region versuchen die Eifeler demnach, sich als alleinige Mineralwassermarke in Gaststätten und Lokalen durchzusetzen. Außerhalb der Region will man sich als qualitativ hochwertige Alternative zu einem dortigen regionalen Wasser präsentieren.
Zuwächse in Japan und den USA


Weitere Impulse für das Umsatz- und Absatzwachstum bei Gerolsteiner kommen aus dem Auslandsgeschäft. Dort konnte der Absatz um immerhin 8,5 Prozent zulegen. Damit ist der Gerolsteiner Brunnen nach eigenen Angaben unter den deutschen Exportmarken weltweit die Nummer eins bei den Mineralwässern mit Kohlensäure.
Vor allem in Japan sind die Wachstumsraten überproportional. "Auch in den USA ist es uns nach einigen Jahren des Einbruchs und der schlechten Konjunktur dort gelungen, wieder stärker zu wachsen. Das freut uns umso mehr", sagt der Gerolsteiner-Chef. Und auch in den Nachbarländern Belgien und Niederlande haben sich die Bemühungen des Vertriebs und des Marketings endlich bezahlt gemacht. "Erstmals gibt es dort keine Stagnation, sondern ein Plus", sagt Axel Dahm.
Was die Eifeler Sprudelhersteller besonders freut, ist, dass die erst im Februar dieses Jahres neu eingeführten Limonaden in den Sorten Zitrone und Orange "vom Verbraucher sehr gut angenommen werden." Auch wenn der Geschäftsführer keine konkreten Absatzmengen nennen will, so liegt die Wiederkaufsrate nach seinen Angaben bei immerhin rund 50 Prozent. Das heißt jeder zweite Kunde wird bei den neuen Gerolsteiner-Produkten zum Wiederholungstäter und greift im Supermarkt oder der Gastronomie erneut zur Flasche. Normal gilt in der Branche ein Wert von etwa 20 bis 30 Prozent.
Obwohl diese Markennische laut Axel Dahm nur ein Zusatzgeschäft zum klassischen Mineralwassermarkt ist, sei man dennoch froh darüber, Verbrauchern mit dem Wunsch nach einer geschmacklichen Abwechslung eine Alternative bieten zu können.
Etablierung von Neuprodukten


Dazu gehörten auch die beiden anderen Linien mit Fruchtgeschmack und Fruchtsaftnuancen, Gerolsteiner Linée und Gerolsteiner Naturell plus Frucht. Hier gebe es ebenfalls ein Absatzplus zu vermelden, und auch Neueinführungen wie Gerolsteiner Linée, Geschmacksrichtung Guave-Rhabarber seien seit der Einführung im Juli bereits "etabliert".
"Seit Jahren stellen wir fest, dass klassische Mineralwässer, kombiniert mit Frucht, gut angenommen werden. Für uns ist es spannend zu sehen, dass wir mit solchen Produkten punkten können", sagt Gerolsteiner-Geschäftsführer Axel Dahm. Für die Zukunft hält er jedoch fest, dass es vorrangiges Ziel des Unternehmens sei, national sowohl im Handel wie in der Gastronomie flächendeckend vertreten zu sein.
Gerade im Vergleich mit der Konkurrenz - Coca-Cola etwa hat rund 2000 Vertriebsmitarbeiter - müsse der eigene Vertrieb mit rund 100 Mitarbeitern optimal strukturiert werden.Extra

Der Gerolsteiner Brunnen ist mit seinen Gerolsteiner-Produkten die meistverkaufte Mineralwassermarke Deutschlands. Er produziert rund 20 verschiedene Produkte, vom Heilwasser über Mineralwässer mit unterschiedlichem Gehalt an Kohlensäure bis zur Apfelsaftschorle und Orangenlimonade. Das Unternehmen beschäftigt rund 740 Mitarbeiter und 44 Azubis, allein 100 Beschäftigte arbeiten im Vertrieb. Gerolsteiner ist damit einer der größten Arbeitgeber der Region Trier. Der Gerolsteiner Brunnen ist mehrheitlich im Besitz der Bitburger Holding GmbH mit 51 Prozent, 32 Prozent hält die Buse KSW in Bad Hönningen, 17 Prozent der Anteile sind laut eigenen Angaben in privatem Streubesitz. sas

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