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Stadtwerke Trier wachsen in die Region

Stadtwerke Trier wachsen in die Region

Die Stadtwerke Trier wollen als Versorger und Dienstleister in der Region künftig eine noch stärkere Rolle spielen. Die Investitionen der zahlreichen Geschäftsfelder von Energie bis Verkehr summieren sich 2010 auf mehr als 40 Millionen Euro.

Trier. Olaf Hornfeck, Vorstand der Stadtwerke Trier (SWT), beginnt Gespräche über die Geschäftsentwicklung gerne mit einem aktuellen Überblick der Unternehmensgruppe (Jahresumsatz 230 Millionen Euro, siehe Extra). Sein Credo: "Die Regionalisierung ist unsere Chance. Wir wollen weiter in die Region wachsen, vor allem im operativen Geschäft."

Der Trend zur interkommunalen Kooperation bei der In frastruktur, zu größeren Einheiten etwa bei der Wasserversorgung und Abwasserentsorgung kommt der SWT zupass. Dieser Trend manifestiert sich in Zusammenschlüssen wie "Kommunale Netze Eifel" (Trinkwasser) und der seit Jahresanfang tätigen Energieagentur der Region Trier.

Die Basis der geplanten SWT-Investitionspakete bildet wie gewohnt die Erneuerung der Netze zur Versorgungssicherheit. Für 50 Kilometer sind 11,3 Millionen Euro veranschlagt. "Bei diesen Baustellen versuchen wir, die Unannehmlichkeiten so klein wie möglich zu halten. Das heißt kurze Bauzeiten und frühzeitige Information", sagt SWT-Pressesprecher Carsten Grasmueck.

5,5 Millionen Euro fließen in das neue Regenüberlaufbecken und Pumpwerk St. Marien an der Zurmaiener Straße in Trier-Nord. Bei starkem Regen wird so verhindert, dass Wasser aus dem Kanal in die Mosel läuft.

Für vier Millionen Euro baut die SWT ihr fünfstöckiges Gebäude in der Weberbach um (der TV berichtete). Als Hauptmieter zieht dort 2011 die Bundespolizei-Inspektion ein.

680 Mitarbeiter, davon 50 Auszubildende



Zu den Hauptzielen des Unternehmens gehört der Ausbau erneuerbarer Energien und effizienter Technik. Satte 50 Millionen Euro flossen 2008/09 unter anderem in folgende Projekte: Solarkraftwerk Industriepark Region Trier, Windkraftanlagen Reinsfeld, Nahwärme-Insel Krahnenufer Trier und Beteiligung am Solarpark Kenn. "2010 errichten wir mindestens eine weitere Photovoltaik-Großanlage und eine Windkraftanlage", kündigt Hornfeck an. Kosten: 15 bis 20 Millionen Euro. Die genauen Standorte sind noch nicht spruchreif.

Die Ausrüstung der Trierer Parkhäuser mit Geräten zur Einzelplatz-Erfassung wird fortgesetzt. So finden die Kunden künftig auch in den Tiefgaragen Viehmarkt und Basilika schneller freie Stellplätze. Eine neue Reinigungsmaschine und Überwachungstechnik erhöhen Sauberkeit und Sicherheit.

Acht neue Busse der SWT-Verkehrsgesellschaft mit dem blauen Umwelt-Engel reduzieren Geräusch- und Abgas-Emissionen (2,7 Millonen Euro). "Durch die Video-Überwachung in den Bussen haben wir schon Vorfälle aufklären können", berichtet Hornfeck und versichert: "Wir werten die Aufzeichnungen nur aus, wenn es einen konkreten Anlass gibt."

Unter den 680 SWT-Mitarbeitern sind 50 Auszubildende: "Wir bilden über Bedarf aus. Unsere Nachwuchskräfte werden wegen ihrer Qualität auch von anderen Unternehmen gerne genommen."

Meinung

Entwicklung mit Augenmaß

Die Zeit arbeitet für die Stadtwerke Trier. Trotz oder wegen aller Globalisierungstendenzen wird der Ruf einer (Rück-)Besinnung auf die Region stärker. Regionale Dachmarken sind erfolgreich etabliert oder in Planung. Kommunen optimieren durch gezielte Zusammenschlüsse ihre Infrastruktur, bedienen sich dabei der Fachkompetenz eines regionalen Anbieters. Doch Vorsicht: Die Aufgabe der SWT-Führung besteht auch darin, das Wachstum mit Augenmaß zu betreiben und sich nicht zu verzetteln. Zumal auf klassischen Geschäftsfeldern privater Anbieter öffentlich-rechtliche Konkurrenz wenig Sinn hat. m.hormes@volksfreund.deEXTRA Strom: 70 000 Kunden in Trier, 26 000 "Römerstrom"-Kunden bundesweit. Gas: 28 800 Kunden in der Region; seit April 2009 "Römergas" bundesweit. Trinkwasser: 60 000 Kunden in Trier und einigen Gemeinden; Service für Kommunen in der Region. Abwasser: Stadt Trier, Kooperation mit Verbandsgemeinden Ruwer und Konz. Wärme: 1176 Haushalte in Trier-Mariahof, Nahwärmeinsel Kranenufer, Blockheizkraftwerke Baugebiete Konz-Roscheid und Wittlich. Öffentlicher Personennahverkehr: 513 Kilometer Linien in Trier und Umgebung. Parken: Neun Parkanlagen in Trier mit 32 000 Plätzen. Bad an den Kaiserthermen: 360 000 Besucher pro Jahr. Sonstiges: Telekommunikation, Labor, Messwesen, Ingenieurbüro. Die SWT AöR ist eine 100-prozentige Tochter der Stadt Trier. (cus)