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Standfestigkeit gefragt

Standfestigkeit gefragt

Erstmals wehrt sich ein Bundesland im Namen seiner Bürger gegen die Allmacht der Stromkonzerne. Hessen hat Eon, RWE & Co. Strompreiserhöhungen untersagt, die die Verbraucher zusätzlich geschröpft hätten.

Der Grund: Höhere Kosten für den Saft aus der Steckdose seien nicht zu vertreten und die Gewinne der Stromunternehmen ohnehin hoch. Nun könnte man meinen, der Staat greife in einen Markt ein, wo sich Angebot und Nachfrage von selbst regelten. Doch dies ist mitnichten so. Einen echten Wettbewerb gibt es in dieser Branche nicht, wenige Energie-Riesen haben den Markt unter sich aufgeteilt, alternative Durchleitungsmodelle werden behindert, neue, preiswertere Gesellschaften durch den Aufbau neuer Hürden vergrätzt. Monopole machen's möglich, Monopole, die teils von der Politik gewollt sind. Folglich hat sich Hessens Wirtschaftsminister mit dem Coup nun zum Anwalt der Bürger gegen mächtige Unternehmen aufgeschwungen. Bleibt zu hoffen, dass dies nicht nur ein populistischer Akt ist, sondern dass Standfestigkeit, Nachahmung und eine Aufarbeitung der Strompreise folgen. s.schwadorf@volksfreund.de