STICHWORT

Auktionsbetrug Viele Betrugsfälle bei Online-Auktionshäusern ähneln dem Wittlicher Fall. In den meisten Fällen zahlt der Käufer gutgläubig im voraus, bekommt dann aber keine Ware geliefert. Doch die Betrüger haben auch mit anderen Maschen Erfolg.

So haben einige Bieter schon für heiße Luft bezahlt: Das Angebot "Handy xyz Originalverpackung" verstand der Bieter wörtlich. Statt des Handys kam nur die Originalverpackung an. Andere fielen auf ein Angebot über ein Kabel für das kabellose Netzwerk W-Lan herein. Klar ist, dass Käufer in solchen Fällen ihr Geld zurückverlangen können. Da der Käufer meist vorab bezahlt, ist das Geld zwar im Betrugsfall erstmal weg und muss also notfalls gerichtlich erstritten werden. Damit der Zuschlag nicht zum Rückschlag wird, sollten Käufer mit Bedacht vorgehen und nicht im Jagdtrieb überstürzt handeln: Lesen Sie vor ihrem Gebot oder dem Sofortkauf aufmerksam Artikelbeschreibung, Versand- und Zahlungsbedingungen durch. Bei Unklarheiten sollten Sie mit dem Verkäufer per Mail in Kontakt treten und nachhaken. Hinter einer "Wohnungsräumung" etwa kann durchaus auch ein Diebstahl stehen. Gibt der Verkäufer keine klare Antwort, sollte man lieber auf das Schnäppchen verzichten. Lesen Sie auch die Bewertungen der anderen Nutzer. Vorsicht ist bei Warnungen angebracht. Lesen Sie auch, wer die Bewerter bewertet. Oft reden sich Betrüger gegenseitig schön. Ebay bietet bei Betrugsfällen unter bestimmten Voraussetzungen kostenlos ein"Käuferschutz"-Programm. Auf Kulanzbasis wird nach Abzug einer Selbstbeteiligung ein Ausgleich bis zu 300 Euro gezahlt. Hat sich der Preis eines Artikels nach Auktionsbeginn kaum bewegt und schnellt plötzlich vor Auktionsende nach oben, könnte es sein, dass jemand die Preise künstlich in die Höhe treibt. Auch hier sollte man sein Limit strikt einhalten. Bei hochwertigen Waren sollten Sie mit dem Verkäufer vereinbaren, den Treuhandservice von Ebay zu nutzen. Der Käufer zahlt den Kaufbetrag auf ein treuhänderisch verwaltetes Konto. Erst wenn die Ware in einwandfreiem Zustand bei ihm zu Hause eintrifft, wird das Geld an den Verkäufer weitergeleitet. Sind Sie geprellt worden, setzen Sie davon den Anbieter der Auktionsplattform in Kenntnis. Außerdem sollten Sie Anzeige erstatten, selbst bei kleinen Beträgen. Bedenken Sie, dass außer Ihnen viele andere geschädigt worden sein könnten. Gegebenenfalls sollten Sie auch den Klageweg einschlagen. (j.e.)