Streit um Altersteilzeit

Streit um Altersteilzeit

Im Streit um Altersteilzeit sind die Fronten zwischen der IG Metall und den Arbeitgebern verhärtet. Nach der vierten ergebnislosen Verhandlungsrunde werden die Warnstreiks in der Metallbranche in der kommenden Woche ausgeweitet - auch in der Region Trier.

Trier. Bei den Metallern hängt der Haussegen schief. Die Tarifpartner sind bereits in der vierten Verhandlungsrunde auseinandergegangen, ohne dass sich zwischen Arbeitgebern und Arbeitnehmervertretern eine Annäherung abzeichnet. Mit ersten Warnstreiks haben auch die Gewerkschaftsmitglieder in der Region Trier ihrem Frust Luft verschafft und auf ihre Ansprüche aufmerksam gemacht. "Am Freitag haben bei TK Bilstein Suspension in Mandern 250 Beschäftigte sich am Warnstreik für eine Stunde beteiligt", sagt der erste IG-Metall-Bevollmächtigte für die Region Trier, Roland Wölfl. Gewerkschaft ruft zu Warnstreiks auf

Am Donnerstag, 12. Juni, sind Warnstreiks bei der GKN Driveline (Trier) und dem Trierer Stahlwerk geplant. Bei Volvo CE in Konz ruft die IG Metall ihre Mitglieder am Montag zum einstündigen Warnstreik auf. Die Auseinandersetzung zwischen den beiden Lagern hat sich diesmal weniger an Lohnforderungen entfacht, sondern im Mittelpunkt steht die Altersteilzeitregelung. "Was die Arbeitgeber dort wollten sei schlichtweg eine Zumutung für die Beschäftigten der Metall- und Elektroindustrie. Wenn nur noch ältere Beschäftigte, die sich kaputt geschuftet haben und als Bremsklotz für Produktivität und Rendite angesehen werden, vorzeitig aus dem Betrieb ausscheiden können, ist das eine Altersteilzeitverhinderungsstrategie und provoziert den Konflikt", sagt Wölfl. Südwestmetall will den Anspruch auf früheren Erwerbsausstieg stark einschränken. Nach den Vorstellungen des Arbeitgeber-Verbandes sollen nur solche Beschäftigten Altersteilzeit beanspruchen können, die über längere Zeit körperlich sehr anstrengende Arbeiten verrichtet haben - etwa in Gießereien - oder die bei 20 Jahren Betriebszugehörigkeit in den vergangenen 15 Jahren mindestens zwölf Jahre lang in der Nacht- oder Wechselschicht tätig waren. Südwestmetallchef Stefan Roell betonte: "Unser Vorschlag ist eine faire Lösung für ein brisantes Thema." Die Metall-Branche hat bundesweit 3,4 Millionen Beschäftigte, im Südwesten rund 800 000. In der vergangenen Woche hatten 90 000 Metaller zwischen Main und Bodensee gegen die "Blockade" einer Anschlussregelung für die Ende 2009 wegfallende staatliche Förderung der Altersteilzeit durch die Arbeitgeber protestiert.

Mehr von Volksfreund