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Studenten auf der Suche nach dem Fortschritt

Studenten auf der Suche nach dem Fortschritt

Die Hochschule Trier hat die Ergebnisse ihres Projektes "Weiterqualifizierung und Wissenstransfer" vorgestellt. Im Mittelpunkt steht dabei die Kooperation von Professoren, Studenten und regionalen Unternehmen.

Trier. Wie wird ein Unternehmen wettbewerbsfähiger? Wie rüstet es sich angesichts des demografischen Wandels für die Zukunft? Diese und ähnliche Fragen begleiteten das Projekt "Weiterqualifizierung und Wissenstransfer für produzierende Unternehmen mit technologischen Prozessen" des Fachbereichs Technik der Hochschule Trier.
Das Projekt wird gefördert durch den Europäischen Sozialfonds (ESF) und das Landesministerium für Soziales, Arbeit, Gesundheit und Demografie. Studierende arbeiten eng mit regionalen mittelständischen Unternehmen zusammen und entwickeln Methoden zur Kostensenkung, Arbeits- und Energieeffizienz sowie zur Produktionssteigerung.
Die Studenten sollen dadurch schon früh mit der unternehmerischen Praxis in Kontakt kommen - auch mit Blick auf ihr eigenes Berufsleben. "Die klugen und arbeitswilligen Menschen sollen eine Perspektive hier in der Region haben", sagt Hochschul-Präsident Jörg Wallmeier. "Bis 2030 haben wir einen erheblichen Rückgang arbeitsfähiger Menschen bei einem gleichbleibenden Bedarf an Fachkräften", erklärt Kay Bourcarde, Vertreter der Abteilung Arbeit im Ministerium. "Wir brauchen daher gut ausgebildete Studenten, die bereits praktische Erfahrungen gesammelt haben. Gleichzeitig müssen die Unternehmen effizienter arbeiten."
Beispiel 1: Die Firma Zöllner ist ein Fensterbaubetrieb aus Bernkastel-Kues mit 90 Mitarbeitern. In einem aufwendigen Verfahren werden die Werkstoffe Holz und Aluminium zusammengebracht. Vom ersten Zuschnitt bis zum Versand legt das Produkt eine Strecke von 350 Metern zurück. Ziel der beiden Studenten Linda Panze und Pascal Kasel war es, diesen Transportweg zu halbieren. "Wir haben in unserem Modell über den Einsatz einer Hebebühne sowie den Transport über einen Kran nachgedacht", erläutert Pascal Kasel. Anschließend verglichen die Studenten den Ist- mit dem Sollzustand und errechneten die Transportzeit. "Durch geringe Investitionen können Transportzeit halbiert und entsprechende Einsparungen erzielt werden", fügt Linda Panze hinzu. Die Prozesswege seien in einer neuen Fertigungshalle nach dem Vorschlag der Studenten geschaffen worden, sagt Patrick Stein, Prokurist der Firma Zöllner.
Beispiel 2: Die Firma EMB Wittlich aus Laufeld stellt unter anderem Transformatoren her. Michael Robinius erstellte einen Kriterienkatalog für eine neue Maschine, die verschiedene Blechdicken bearbeiten kann. "Die neue Maschine muss in jedem Fall folgende Kriterien erfüllen", zählt er in seinem Vortrag auf: "Sie muss die Genauigkeit erhöhen, die Anzahl von Fehlern minimieren und die Herstellungszeit verkürzen." Volker Trapp, Technischer Leiter von EMB Wittlich, zeigte sich vom Konzept überzeugt. Die Anschaffung der neuen Maschine stehe kurz bevor. Dass bereits Studenten aus dem dritten und vierten Fachsemester nach kurzer Einarbeitungszeit Unternehmen elementare Hilfestellungen geben können, verwundert Armin Wittmann nicht. "Viele Unternehmensleiter haben durch ihren Zeitdruck keinen Blick auf Einsparpotenziale. Zudem liegt ihr Studium zehn oder 20 Jahre zurück, und die Methodenkenntnisse haben sich seitdem grundlegend gewandelt", sagt der leitende Professor des Projektes.