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Studium oder Ausbildung? Stella Schwandrau aus Schillingen kehrt Hochschule Rücken

Ausbildung jetzt : Ausbildung: Wenn es etwas dauert, bis der Deckel auf den Topf passt

Oft gibt es Alternativen zum Studium im selben Fachgebiet. Warum Stella Schwandrau aus Schillingen der Hochschule den Rücken kehrte und mit einer Ausbildung glücklich wurde.

Schon früh wusste Stella Schwandrau aus Schillingen (Verbandsgemeinde Hermeskeil) wo ihr beruflicher Weg hinführen sollte. Als Schülerin hatte sie einen Tag der offenen Tür an der Hochschule besucht. „Danach war mir klar, dass ich Lebensmitteltechnik studieren werde“, erinnert sie sich. Bio, Chemie, das habe sie schon immer interessiert. Nach dem Abi und einem Jahr als Au-Pair in den USA setzte die junge Frau ihren Plan vom Lebensmitteltechnik-Studium um – Hochschule, viel Theorie, viel allein lernen. „Am Anfang vom zweiten Semester wusste ich: ,Nein, das ist es nicht’“, sagt sie knapp drei Jahre später. Sie suchte sich Hilfe bei einem der Ausbildungsberater der Industrie und Handelskammer (IHK) Trier, bei Thomas Mersch.

Tag für Tag berät er Schülerinnen und Schüler, die eine Ausbildungsstelle suchen oder Studierende wie Stella Schwandrau, die sich beruflich neu orientieren wollen. Und Mersch erhält Anfragen von Unternehmen, die Azubis suchen. Als die Ratsuchende aus dem Hochwald bei ihm im Büro saß, lag auch ein Schreiben der Firma Quint GmbH & Co. KG auf seinem Schreibtisch: Das Unternehmen, das in Kenn Fleisch-, Wurst- und Convenience-Produkte herstellt, hatte einen Ausbildungsplatz für eine Fachkraft für Lebensmitteltechnik zu besetzen. Stella Schwandrau stellte sich vor, arbeitet einen Tag zur Probe dort und bekam die Lehrstelle. Mersch sagt: „Der Topf hatte seinen passenden Deckel gefunden.“

Die Lehre hatte Schwandrau im Laufe des Ausbildungsjahres begonnen und nach zweieinhalb Jahren erfolgreich abgeschlossen. Jetzt ist sie Abteilungsleiterin „Fleischbereich“ und wirbt aufgrund ihrer eigenen Erfahrung für Ausbildungsplätze. Sie sagt: „Ich bin sehr happy.“ Von montags bis freitags beginnt ihr Arbeitstag um sechs Uhr in der Früh. Als Fachkraft für Lebensmitteltechnik hat sie alle für die Produktion wichtigen Phasen kennengelernt - vom Rohstoff, wie sie sagt, über die Qualitätssicherung im Labor bis hin zum Versenden der Wurst-, Fleisch- und Convenience-Produkte. Auch das Drumherum gefällt ihr. „Das Firmenklima stimmt, es ist keine Riesenfirma, sehr familiär“, sagt sie.

Studierenden, die zweifeln, rät sie, nicht zu extrem am Studium festzuhalten und sich über Alternativen, andere Studiengänge oder Ausbildungen, zu informieren. „Man sollte mit der Familie sprechen und zu Beratungsstellen gehen“, empfiehlt sie. Ihr habe sehr geholfen, dass die Familie ihr gesagt habe: „Stella, du musst nicht studieren.“ Was plant sie für die Zukunft? Zurzeit macht sie den Ausbilderschein und genießt es, jeden Tag das zu tun, was sie gelernt hat und sehr gerne macht.