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Suche nach den verlorenen Holländern

Suche nach den verlorenen Holländern

Der Tourismus ist ein wesentlicher Wirtschaftsfaktor in Rheinland-Pfalz. Laut Mainzer Wirtschaftsministerium hängt jeder zehnte der knapp zwei Millionen Arbeitsplätze vom Fremdenverkehr ab. Was sie zu bieten haben, zeigen die Ferienregionen des Landes an einem Gemeinschaftsstand auf der Internationalen Tourismus-Börse (ITB) in Berlin.

Berlin/Trier. Sabine Winkhaus-Robert (53), Geschäftsführerin der Moselland-Touristik GmbH (Bernkastel-Kues), ist "mit einem ausgesprochen guten Gefühl" zur ITB gereist. "Denn endlich können wir sagen: Der Moselsteig ist fertig! Jetzt geht es wirklich los."
Gut Steig brauchte Weile. Ursprünglich sollte der von den Moseltouristikern konzipierte neue Qualitätswanderweg bereits vor einem Jahr eröffnet werden, dann hieß es: Herbst 2013. Nun ist die Zeit der puren Absichtserklärungen vorbei. "Der Starttermin steht: Samstag, 12. April."
Dass es länger dauerte, liegt auch an der gewachsenen Länge des Moselsteigs. Statt zunächst geplanter 350 misst er nun 365 Kilometer entlang des gesamten deutschen Flusslaufs zwischen Perl und - neu hinzugekommen - Koblenz: Mehr Gemeinden, mehr private Grundstücksbesitzer mit im Boot - "Das brachte erhöhten Abstimmungsbedarf mit sich, den wir aber gerne in Kauf genommen haben", berichtet Sabine Winkhaus-Robert. Nun ist er endlich da, der neue Hoffnungsträger. Noch in diesem Monat sollen ihn Experten des Deutschen Wanderverbandes bewerten. Die angestrebten Gütesiegel "Qualitätsweg Wanderbares Deutschland" und "Leading Quality Train/Best of Europe" würden "der Mosel einen weiteren Schub geben", hofft die Tourismus-Chefin.
Tatsächlich schwächelt die meistbesuchte Ferienregion in Rheinland-Pfalz etwas. Die Zahlen der Gäste (2013: knapp zwei Millionen) und Übernachtungen (sechs Millionen) seien "ganz leicht rückläufig auf hohem Niveau". Auffallend: Es sind weniger Niederländer gekommen. Darauf will die Moselland-Touristik nun reagieren: auf der ITB, aber auch in den Niederlanden selbst: "Dort möchten wir uns wieder mehr ins Gespräch bringen."
Die Eifel hat einen leichten Abwärtstrend in der Gästegunst bereits überwunden. 2013 verzeichnete sie sowohl bei Übernachtungen (2013: 5,4 Millionen) wie Gästen (zwei Millionen) - davon jeweils rund zwei Drittel in Rheinland-Pfalz, ein Drittel in Nordrhein-Westfalen - ein Plus. "Als einzige der 20 deutschen Mittelgebirgsregionen!", betont Klaus Schäfer (53), Geschäftsführer der in Prüm ansässigen Eifel-Tourismus GmbH. In Trier hingegen stagnieren die Übernachtungszahlen. Patricia Ellendt (42) von der Tourist-Information Trier führt das vor allem auf die Schließung des NH-Hotels (300 Betten) aus sicherheitstechnischen Gründen Mitte 2012 zurück. Doch bald könnte es wieder aufwärts gehen. Der neue Besitzer renoviert und baut Triers größtes Wohngebäude derzeit um. Ab Mitte des Jahres sollen die ersten sechs Etagen des IAT-Towers 102 Hotel-Doppelzimmer beherbergen.Extra

Die Rheinland-Pfalz Tourismus GmbH (RPT) und ihre Partner präsentieren sich auf der Internationalen Tourismus-Börse (5. bis 9. März) an einem Gemeinschaftsstand in Halle 8.2 des Berliner Messegeländes. Mit dabei: Generaldirektion Kulturelles Erbe (GDKE), Jugendherbergen Rheinland-Pfalz/Saarland, Landesgartenschau Landau 2015, Mainzplus Citymarketing, Nürburgring-Betriebsgesellschaft, Romantic Cities (u. a. Trier), Ahrtal-Tourismus, Eifel-Tourismus, Hunsrück-Touristik, Lahntal-Tourismus-Verband, Mosellandtouristik, Naheland-Touristik, Pfalz-Touristik, Rheinhessen-Touristik, Romantischer-Rhein-Tourismus, Westerwald-Touristik und Flughafen Frankfurt-Hahn. rm.